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Jordanien 2010/2011 - Tag 10

Wanderung um Petra

Wir frühstücken heute erst 8:00 Uhr und laufen 9:00 Uhr los, erst den Hauptweg zum Siq hinunter, dann jedoch links ab auf einen Trampelpfad. Es fängt sehr stark an zu regnen und wir flüchten in ein Grabmal in der Nähe, was dem Geruch nach auch als Stall dient. Der Regen hört nach ein paar Minuten wieder auf und wir wandern weiter bergauf durch eine bizarre Felslandschaft. Wir sehen Petra von oben, dazu Wachtürme und Zisternen, die um Petra herum angeordnet sind. Wir merken an unserer Rundtour, welch große Fläche Petra eigentlich einnimmt. Das Wetter bessert sich langsam, die Wolken heben sich. Wir kommen an den großen Opferplatz auf einer Bergkuppe oberhalb Petras. Eigentlich wollten wir noch an eine Stelle, wo man das Schatzhaus Khazne al-Firaun von oben sehen kann, aber Eid meint, dass das wegen der glatten, nassen Felsen heute nicht geht. Schade. Dafür stehen wir am Rande des Opferplatzes auf einem Felsen direkt über dem Amphitheater und sehen unter uns die Menschen wie Ameisen durch Petra pilgern. Da waren wir gestern auch. Auch von oben sehen die Grabmäler und anderen Bauten sehr imposant aus. Wir steigen vom Opferplatz wieder hinunter auf verschlungenen Pfaden, bewundern wieder verschiedenste Sandstein-Farben und –Formen. An einer Stelle treffen wir auf eine alte Beduinenfrau, die Postkarten verkauft. Sie ist fast blind und schon über 70. Für das harte Leben der Beduinen ist das schon ein stolzes Alter. Eid bittet uns, ein paar Postkarten zu kaufen und der alten Frau damit zu helfen. Er kennt sie gut. Normalerweise richtet Eid solche Appelle nicht an uns, aber das ist eine Ausnahme. Wir kommen dem gern nach. Reine Spenden nimmt die Frau nicht an. Wenig später noch eine Beduinenfrau an einem Stand mit Lagerfeuer, Eid wird zum kurzen Teeschwatz eingeladen. Wir fotografieren inzwischen in der Nähe Ruinen und einen Eseltreiber, der eine Herde Esel unseren schmalen Wanderweg mit Treppen hintertreibt. Aber Esel sind sehr geschickte Kletterer.

Wir kommen wieder zurück nach Petra auf die unteren Straßen. Es sind viel mehr Leute unterwegs, vor allem Kreuzfahrer. Vor dem Schatzhaus legen wir eine kleine Pause ein und beobachten die Leute. Teils in Stöckelschuhen oder winzigen Sandälchen unterwegs auf Wegen, für die wir unsere Bergwanderschuhe für besonders gut geeignet halten. Auch die Anzugsordnungen einiger Leute amüsiert uns sehr. Von Petra sehen diese Leute nur einen winzigen Bruchteil, denn sie haben wenig Zeit und werden praktisch nur kurz „hindurchgetrieben“ von Reiseleitern mit großen runden Schildern, auf denen die Busnummer prangt, wo man sich wieder einfinden muss. Wir sind jedenfalls froh, für Petra mehr Zeit zu haben als nur wenige Stunden.

Gegen 15:00 Uhr gehen wir noch einmal zum abschließenden Shopping nach Wadi Musa, erst ein kleiner Imbiss aus Vorspeisen in einem Restaurant an der Straße, wo wir die einzigen Gäste sind. Danach kaufen wir in einem kleinen Supermarkt frisch gemahlenen Kaffee als Mitbringsel. Besonderer Clou an dem Kaffee ist, dass während des Mahlens Kardamom hinzugegeben wird. So schmeckt der Kaffee schön orientalisch. Später sagt man uns, dass man den Kaffee mit Zuckerwasser aufbrühen soll und möglichst zwei Mal aufkochen soll. Der Satz gehört in die Tasse. Anschließend besuchen wir eine Bäckerei und bestaunen die Kuchen dort und vor allem die Baklava-Gebäckpralinen aus Blätterteig und mit gerösteten und kandierten Nüssen in der Mitte. Es ist eine besonders edle Version von Baklava, hauchzart und fein, mit Rosenwasser. Alles zergeht auf der Zunge. Wir dürfen kosten und nehmen jeder einige Packungen für den späteren Verzehr mit. Bis nach Deutschland werden es diese Schätze wohl nicht schaffen! Später besuchen wir noch einen Friseur und lassen uns zünftig rasieren. Der wartende Einheimische mit seinem Sohn lässt uns freundlich vor. So etwas würde in Deutschland nie passieren! Wir zahlen 2 Dinar und sehen wieder halbwegs gepflegt aus. Die Rasur war zwar nicht perfekt, aber doch recht gut. In Wadi Musa gibt es Dutzende winziger Friseurläden. Wir fanden Sie fast alle leer vor, nur wenige Kunden zu dieser Uhrzeit.

Wir gehen zurück ins Hotel, denn um 20:00 Uhr ist unser Silvesteressen. Wir sehen das Buffet schon beim Hereinkommen und sind begeistert. Alles ist sehr aufwendig dekoriert und angerichtet. Es schmeckt uns später auch sehr gut. Während des Essens und danach macht ein DJ eine Art Disco, ist aber hinter seinem Pult derart gelangweilt, dass er fast einschläft. Mit aufgestütztem Kopf hängt er auf seinem Stuhl und fällt fast herunter. Ein jämmerlicher Anblick. Die Musik lädt zumindest mich auch nicht zum Tanzen ein. Später tritt noch eine recht gute Bauchtänzerin auf. Die Angestellten des Hotels stehen in einer großen Gruppe neben der Bühne und machen eifrig Fotos mit Handys und Kamera. Bedienung findet während dieser Zeit nicht statt. Weil wir morgen früh raus müssen, verabschiedet sich die Hälfte der Gruppe schon vor Mitternacht. Die übrigen stoßen noch auf das Neue Jahr an und verschwinden dann aber auch bald in ihren Zimmern. Denn unsere Sachen müssen auch gepackt sein, weil wir morgen das Neue Jahr mit unserem Trekking im Wadi Rum beginnen!

Insgesamt waren wir heute etwa 5:30 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 13,6 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 350 Höhenmeter aufwärts und ca. 350 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Auf der Wanderung rund um Petra
Auf der Wanderung rund um Petra
Auf der Wanderung rund um Petra
Auf der Wanderung rund um Petra, Farbenrausch
Unter uns Petra, Amphitheater
Unter uns Petra
Unter uns Petra
Teepause
Esel auf steilen Wegen
Endlich Sonne!
Petra, Sonne und dunkle Wolken
Street of Facades im schwachen Sonnenschein
Ausgang Siq, Sonne
Tolle Torten in Bäckerei in Wadi Musa