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Jordanien 2010/2011 - Tag 9

Petra, Wadi Musa

Wir frühstücken sehr gut um 7:00 Uhr und stehen schon 8:00 Uhr vor dem Haupteingang von Petra, pünktlich zur Öffnung, um die Zeit vor dem großen Ansturm bestmöglich nutzen zu können. Denn am Vormittag und um die Mittagszeit kommen viele Busse mit Tagesausflüglern, unter anderem die berüchtigten Kreuzfahrer! Aber auch so sind schon viele Leute unterwegs, trotz des schlechten Wetters. Denn auch heute ist alles grau und es ist kühl und nieselt. Es geht vom Haupteingang erst einen breiten Schotterweg hinab, parallel dazu ein weiterer breiter Weg für Pferde und Pferdegespanne. Es schließt sich die berühmte Felsschlucht an, der Siq. Trotz fehlender Sonne ist der Anblick spektakulär. Nur wenige Meter ist die Schlucht breit, aber schätzungsweise 20 bis 50 Meter hoch die Wände aus buntem Sandstein. An einigen Stellen ist die Schlucht sicherlich noch tiefer. Der Stein ist rund und organisch geformt, ausgewaschen und vom Wind abgeschliffen im Laufe der Zeit. Der Siq windet sich so, dass man meist nicht weit schauen kann und an jeder Ecke wieder überrascht ist über das, was vor einem liegt. Und auch immer wieder lohnt sich der Blick zurück, denn aus einer anderen Perspektive sieht der Siq wiederum völlig anders aus. Etwa 1,5 km gehen wir so und es wird gar nicht langweilig dabei. Dann stehen wir endlich vor dem sogenannten Schatzhaus, dem Khazne al-Firaun, der aber eigentlich ein Grabmal ist. Schon kurz vorher kann man das Schatzhaus in der Schlucht ausmachen, bevor man den Platz davor betritt. Hier sind sehr viele Leute, schließlich ist das der bekannteste Ort in Petra neben Ed-Deir. Es regnet jetzt etwas stärker und wir stellen uns unter einem Felsen unter.

Wenig später gehen wir weiter Richtung Amphitheater, welches aber nicht betreten werden darf. Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht steigen wir hinauf zu anderen Grabmählern und besichtigen diese. Auf dem Weg kommen wir an zwei Händlern vorbei, die etwas aus der Art schlagen. Der eine hat neben dem üblichen Kunstgewerbe auch Knochen, alte Konservendosen oder auch uralte Batterien aufgebaut. Ein skurriler Stand und auch ein skurriler Händler. Kurz darauf wird es noch lustiger. Ein anderer Händler. Bietet eine Pistole mit 5 Läufen an „only fort he Ladies“ zum Erschießen unliebsamer Gatten, auch gern mehrerer auf einmal. „I received many ‚Thank you‘ from all over the world!“ preist er sich. Und dann noch “Please make photos and put it on the internet. I want to be famous very soon.” Andere Händler sind nur halb so lustig und die Frauen echoen überall „Ein Dinar”, „Kuck ma hier“, „Kuck ma da“, „Kucken kost‘ nix.“

In einem der erhöht liegenden sehr großen Grabmäler findet sich unsere Singegruppe vom Heiligabend wieder zusammen und es wird mit Mundharmonika-Begleitung in der Grabkammer gesungen! Es klingt gut und die anderen Besucher sind erstaunt, was da plötzlich geboten wird. Wir applaudieren natürlich kräftig.

In einem Restaurant, eher einer Art Kantine essen wir Mittag, Buffet für 10 Dinar. Das Essen ist wieder prima und gesättigt setzen wir unsere Tour fort durch römische Ruinen. Wir sind schon auf dem Rückweg zum Ausgang, wieder durch den Siq und etwas später am Nachmittag sind wir wieder im Hotel. Wir verabreden uns zu einer Shopping-Tour durch das Wadi Musa, dem Ort neben der Felsenstadt Petra. Erst geht es in den Laden „Wild Jordan“, in dem es nur echt jordanische Waren gibt. Ansonsten sind nämlich sehr viele jordanische Souvenirs Made in China. Wir kaufen einiges ein und spazieren noch ein wenig durch andere Läden. Dann noch ins Hotel „Mövenpick“, welches gleich neben dem unsrigen liegt. Darin ein traumhaftes orientalisches Ambiente und eine tolle Einrichtung. Nur vom Feinsten. Wir trinken Kaffee und essen Eis in einem sehr stilvollen Cafe im Erdgeschoss des Hotels. Dann gehen wir noch ins Touristenbüro und kaufen Karten für „Petra by Night“, was heute noch einmal stattfindet. Von 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr kann man durch das ausschließlich kerzenbeleuchtete Petra laufen und vor dem Schatzhaus gibt es eine Musikperformance. Wir sind gespannt! Gestern sollen wohl um die 700 Leute teilgenommen haben. Die Veranstaltung gibt es nur Mittwoch und Donnerstag und kostet 12 Dinar.

Wir essen zu Abend gegen 19:00 Uhr und treffen uns danach am Haupteingang von Petra. Der Weg hinunter zum Siq und der Siq selbst ist von Kerzen gesäumt, die in Papiertüten stehen. Auf dem Boden der Papiertüte ist Sand, darin die Kerze. Oben in der Tüte ein kleines Loch. Ein schönes Licht wäre das, wenn nicht viele Leute mit Taschenlampen rumfuchteln und mit Blitz fotografieren würden…

Vor dem Schatzhaus viele Hundert Kerzen und Stoffbahnen zum Sitzen. Es gibt einen kleinen Becher Tee und dann treten nacheinander ein Rebab-Spieler und ein Flötenspieler auf. Ein Rebab ist ein einsaitiges, traditionelles arabisches Instrument. Ständig wird gebeten, das Fotografieren mit Blitz zu unterlassen, aber die Leute halten sich nicht daran. So ist das Event nur halb so schön. Denn man kann die schöne Stimmung auf dem Platz einfach nicht richtig genießen. Am Ende kommt noch ein Sprecher und erzählt etwas über arabische, beduinische Tradition und Petras Geschichte. Akustisch schwer verständlich. Zum Schluss bittet er dann alle, zusammen mit der Kamera zu blitzen, was auch funktioniert. Der ganze Platz wird auf einmal hell erleuchtet in einem Blitzlichtgewitter. Dann ist die Veranstaltung vorbei und alle gehen so nach und nach nach Hause. Wir bleiben noch auf dem Platz und gehen als Allerletzte, um eben die Stimmung besser genießen zu können. Viel Zeit bleibt uns allerdings nicht, denn hinter uns geht eine Gruppe Angestellter von Petra, die die Kerzen löschen. Sie kommen schnell voran und so müssen auch wir schnell sein. Zwischendurch gelingen uns aber noch einige wenige gelungene Langzeitbelichtungen des Siq bei Kerzenschein. Alles in allem war es doch ein schönes Erlebnis und so haben wir Petra nun einmal bei Regen und Wolken und einmal bei Kerzenschein erlebt. Fehlt nur noch die Sonnenversion! Wir hoffen auf den morgigen Tag und gehen gegen 23:00 Uhr ins Bett.

Insgesamt waren wir heute etwa 6:50 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 17,1 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 400 Höhenmeter aufwärts und ca. 400 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Im Siq
Im Siq
Im Siq, das Schatzhaus zum ersten Mal in Sicht
Im Siq, Schatzhaus
Im Siq, Schatzhaus
Im Siq, Schatzhaus
Schatzhaus
Street of Facades
Pirates of the Caribean???
Petra
Blick über Petra, dicke Wolken, Regen
Petra
Petra by Night, Schatzhaus
Petra by Night, Siq