Position: Home > Photo > Jordanien 2010/2011 > Tag 6

Jordanien 2010/2011 - Tag 6

Wanderung Dana - Petra, Teil II

Mein Zelt raubte mir in der Nacht den letzten Nerv. Die Zeltwand und die Fensterabdeckung flatterte wild im Wind und machte solche Geräusche, dass ich ständig aufwachte. Trotzdem bin ich ausgeruht, denn die Nacht war trotzdem lang genug. 7:00 Uhr gibt es Frühstück, ich esse Marmeladen-Fladenbrote und trinke Tee.

Gegen 8:00 Uhr laufen wir los und steigen stetig nach Mansura auf. Je höher wir kommen, desto stärker wird der Wind. Mansura liegt etwa 1200 m hoch, wir stoppen kurz an einem kleinen Kiosk. Am Straßenrand sehen wir einen großen Pfefferbaum mit rotem Pfeffer. Überall liegen Pfefferkörner auf dem Boden mit einem herrlichen Aroma. Durch das Dorf fährt ein wildgewordener Jugendlicher mit einem alten japanischen Auto. Er umkreist uns wie ein Geier und fährt einige halsbrecherische Manöver. Eid weist ihn schließlich in die Schranken.

Wir steigen weiter hoch und der Wind nimmt weiter zu. Die Sonne strahlt zwar, aber der Wind ist kühl und wirkt stark auskühlend. Wir können teilweise kaum sprechen, so stark weht es an manchen Stellen. Wir biegen von der Straße auf einen breiten Schotterweg ab und wandern dort lange entlang. Am Wegesrand finden wir einige Versteinerungen von Muscheln, Schnecken und, etwas seltener, Ammoniten.

An einer windgeschützten Stelle machen wir Rast und Suleiman steigt mit dem Esel in eine Talsenke neben der Straße hinab. Dort entfacht er mit Eid flugs ein Feuer und kocht Tee. Dieser Brauch wird uns noch oft auffallen: Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird Tee gekocht. Sobald eine Tätigkeit oder ein Aufenthalt länger als 30 min. dauert, erscheint aus dem Nichts eine Teekanne, Wasser, Holz und eine geeignete Feuerstelle. Eigentlich sehr schön und entschleunigend. Kaum sitzen wir beim Tee, kommen Bauern von einem benachbarten Feld mit einem alten Toyota-Pickup und leisten uns Gesellschaft. Gegenseitige Einladungen zum Tee gehören natürlich immer dazu!

Nachdem wir die höchste Stelle der heutigen Wanderung bei etwa 1350 m erreichten, steigen wir etwas ab auf 1100 m und erreichen unser nächstes Zeltlager in sehr schöner Lage, nahe einer großen Felsgruppe. Aber auch hier ist es windig und die Zelte konnten nicht aufgebaut werden. Viele gingen dabei kaputt. Die Übernachtung soll gemeinsam im Beduinenzelt sein. Beim Sonnen an der nahen Felswand vor dem Abendessen bemerken einige von uns und auch ich, dass es hier praktisch windstill, mild und gemütlich ist. Wir beschließen, hier unter freiem Himmel zu übernachten und nicht mit den anderen im Zelt. Wir finden nahezu ebene Flächen für unsere Matratzen. In dem Fels gibt es Höhlen, die offensichtlich sonst als Tierställe dienen. Daneben eine kleine Höhle für den Hirten. Wir richten uns häuslich ein und gehen zum Abendessen gegen 18:00 Uhr. Es gibt wieder sehr leckeres Essen, Reis und Lamm, viel Gemüse und Salate. Erstaunlich, wie unser Koch das zustande bringt mitten in der Wildnis. Wir loben ihn eifrig und essen ebenso. Nach dem Essen schwatzen wir noch im Zelt und gehen später zu unserem Bett am Fels. Dort entfachten wir noch ein Lagerfeuer mit duftendem Wacholderholz. Gegen 21:00 Uhr legen wir uns aber auch schlafen. Der Fels ist noch etwas warm von der Tagessonne.

nsgesamt waren wir heute etwa 5:40 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 16,1 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 650 Höhenmeter aufwärts und ca. 350 Höhenmeter abwärts bewältigt.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Durch die Wüste
Auf stürmischen Wegen durch die Berge
Kurz vor dem Ziel
Blick vom Zeltcamp auf den windstillen Felsen
Mein Schlafplatz
Unser Höhlenfeuer