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Jordanien 2010/2011 - Tag 4

Wanderung im Wadi Dana

8:00 Uhr gibt es ein sehr gutes Frühstück, aber wir sind wesentlich früher auf den Beinen. Denn wir entdecken einen Balkon an unserem Zimmer mit einer atemberaubenden Aussicht auf den vor uns liegende Tal im Sonnenaufgang. Unter uns zieht ein Vogelschwarm seine Kreise und wir können uns trotz Kälte kaum losreißen. Wir werden heute dieses Tal hinunter wandern und sind schon ganz gespannt.

Vorher besuchen wir noch ein Museum der “Royal Society for the Conservation of Nature”, in welchem Verschiedenes über Natur und Umwelt erläutert wird in dem Dana Nationalpark. Die Silberschmuckwerkstatt ist heute leider geschlossen. Hier war eigentlich auch eine Besichtigung geplant.

Wir wandern durch die engen Gassen des alten Dorfes Dana und Eid erzählt uns etwas über das Leben der Leute. Am Ortsausgang beginnt unser steiler Weg auf etwa 1230 m Höhe hinunter ins Tal. Um uns herum bizarre Felsformationen, wie wir sie in den nächsten Tagen noch oft sehen werden. Aber heute ist das erst mal neu für uns! Einige Pflanzen am Wegesrand wecken unser Interesse, z.B. jede Menge Meerzwiebeln, die ich ja schon aus der Türkei kenne. Hier blühen sie aber noch nicht, sondern es sprießen erst grüne Blätter. Es ist leicht windig und trotz Sonne kühl. Wir haben uns aber langsam an dieses Wetter gewöhnt. Mittagspause unter einigen schattigen Bäumen und wir verzehren unsere Lunchpakete aus dem Hotel mit viel Appetit. Immer wieder sehen wir am Wegesrand spektakuläre Felsformationen aus Sandstein, die ein wenig wie überdimensionale Kleckerburgen am Strand aussehen und mich auch etwas an manche Zeichnungen von H.R. Giger erinnern oder auch an die Kunstwerke von Antoni Gaudí oder Hundertwasser. Diese Vergleiche werden wir später ebenso im Wadi Rum ziehen..

Wenig später kommen wir an einem Beduinenzelt vorbei, die Zeltbahnen aus dunkelbrauner Ziegenhaarwolle. Wir sind zum Tee eingeladen und nehmen in einer Runde auf Matratzen Platz. Von den Ziegen, den Hühnern und den Kindern werden wir neugierig beäugt. Eid erzählt uns, dass Beduinen meist ein oder zwei Monate an einem Ort bleiben und dann weiterziehen. Oft werden Stellen gesucht, an denen es eine Quelle gibt. Einmal sehen wir auch eine Wasserleitung, die zwischen mehreren Zelten aufgebaut ist. in den letzten Jahrzehnten bleiben die Beduinen auch länger an einem Ort, um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. So wird das Zelt in der Nähe der Schule aufgeschlagen. Im Sommer und Winter sind die Quartiere unterschiedlich gelegen, eben je nach Klima. Wir bedanken uns und wandern noch ein kleines Stück weiter bis zu unserem Ziel, der Eco-Lodge Feynan. Schon von außen recht ungewöhnlich mit abstehenden Steinplatten an den Wänden und jeder Menge Solarmodule auf dem Dach. Innen werden wir mit einer Art kaltem Gewürztee begrüßt und mit feuchtheißen Handtüchern für erste Säuberungen. Der Herr des Hauses ist relativ jung und sehr städtisch gekleidet in Mantel und Stiefeln, ein Typ, der hier auf den ersten Blick fehl am Platze erscheint. Er scherzt laut mit Eid und sagt ihm, dass dieser lieber aufpassen soll mit dem weißen Handtuch und seinem Gesicht, damit er nicht abfärbt und meint damit Eids schwarze Hautfarbe. Die beiden verstehen sich offensichtlich prächtig.

Wir sind vom Ambiente begeistert. Von einem verzweigten Innenhof gehen wir auf unsere Zimmer. Abends gibt es keinen Strom mehr, alles wird mit Kerzen beleuchtet. Ich gebe vorsichtshalber meine Akkus zum Laden an die Rezeption, weil unser folgendes Zelttrekking hierzu keine Möglichkeit mehr bietet. Die Kerzen in den Zimmern stehen in Wandnischen, die mit Spiegelbruchstücken ausgekleidet sind. Es gibt aber auch eine gute warme Dusche, wobei auch das Wasser von der Sonne aufgewärmt ist. Auf einer Dachterrasse liegen weiße Matratzen zum Ausruhen und zum Genießen der Aussicht auf die umliegenden Berge bei Sonnenuntergang. Es wird aber bald zu kalt dazu. Abendessen gibt es 18:30 Uhr in einem toll eingerichteten Speisesaal mit einem großen Kronleuchter mit echten Kerzen darin. Die Lodge ist ausgebucht und alle Plätze sind belegt. Das Essen ist phantastisch und es gibt viel gekochtes/blanchiertes Gemüse, z.B. Blumenkohl, gebratene Auberginen und vieles Andere mehr. Der Koch schaut regelmäßig nach dem Rechten. Leckeren Blumenkohl essen wir während unseres Aufenthalts in Jordanien fast täglich. Er wächst hier gut und kann teilweise mehrmals im Jahr geerntet werden. Und immer ist nicht nur der Blumenkohl, sondern das ganze Gemüse sehr gut zubereitet. Nie matschig, sondern immer sorgfältig gegart, damit es noch leicht knackig bleibt.

Danach sitzen wir noch in einem Kaminzimmer und schwatzen, aber es ist recht voll und laut dort wegen der vielen anderen Gäste. Gegen 22:00 Uhr gehen wir in Bett.

nsgesamt waren wir heute etwa 6:15 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 14,6 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 900 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Blick vom Balkon des Dana Guesthouse
Blick ins Wadi Dana auf unseren heutigen Weg
Spektakuläre Felsen am Wegesrand
Spektakuläre Felsen am Wegesrand
Spektakuläre Felsen am Wegesrand
Spektakuläre Felsen am Wegesrand
Das Beduinenzelt für den Tee
Die Eco-Lodge Feynan
Die Eco-Lodge Feynan, mein Zimmer
Die Eco-Lodge Feynan, Blick aus meinem Zimmer
Die Eco-Lodge Feynan, der Essensraum