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Jordanien 2010/2011 - Tag 3

Wanderung im Wadi Ibn Hammad, Dana

Das Frühstück 6:45 Uhr ist OK, 7:45 Uhr holt uns der Bus und wir sind nicht sehr böse, das Hotel verlassen zu müssen. Wir fahren zuerst zu der Kreuzritterburg von Kerak, die schon von weitem auf einer Anhöhe zu sehen ist. Wir wandern durch die Ruinen und sehen uns verschiedene Teile des weitläufigen Geländes an. Innen sehen wir z.B. eine Weinpresse in einer Küche, einen großen Backofen und das Gefängnis. Die Außenmauern der Burg sind hoch, steil bzw. leicht geneigt und sehr glatt. Angriffe waren hier sicherlich schwierig. Wir sehen meterdicke Mauern, gemauert aus behauenen und teilweise rohen Steinen, verschmiert mit Lehm.

Nach einer Stunde geht die Fahrt weiter zum Wadi Ibn Hammad und starten unsere Wanderung in ca. -30m Meter Meereshöhe. Trekkingsandalen sind gut, Wasserschuhe nicht ganz so wegen des recht unebenen Untergrundes. Wir wandern in einem sprudelnden Bachbett zwischen hohen Felswänden in einem engen Tal. Der Bach wird teilweise von heißen Quellen gespeist, sodass das Wasser etwa 30° C warm ist. Wir haben also den ganzen Tag ein warmes Fußbad. Aber das Laufen ist nicht ganz einfach, denn die Steine sind glatt und ständig hat man was zu gucken an den Felsen ringsum. Hoch oben scheint die Sonne, unten Schatten. Sehr viel Grün um uns herum und alles gar nicht wüstenhaft! Wir sind begeistert über die Schönheit und fragen uns, ob das noch zu toppen ist? Wir sind schließlich erst am Anfang der Tour… An einer Kletterstelle seilen wir uns unter Hilfestellung eines Einheimischen mit Seil und Hüftgurt ca. 5 Meter tief ab. Es dauert eine Weile, bis alle unten sind, aber alles geht gut. Mittagspause mit Lunchpaketen aus dem Hotel machen wir auf einer Kiesbank am Ufer des Flusses, wo es etwas sonniger ist. Wir sind schon fast -200 m tief, also unterhalb des Meeresspiegels.

Gegen 16:00 Uhr sind wir zurück am Bus. Das Tal wurde am Ende immer breiter und am Ufer weiden Bauern ihre Ziegen in der üppigen Natur. Entlang des Baches verlaufen Wasserleitungen, die über wilde Konstruktionen aus Schläuchen und Fässern ohne Pumpen das Wasser aus dem Tal in die Hochebene bringen sollen. Dort bauen Bauern Gemüse und Wein an, wie wir sehen: Bodendeckende Tomaten, Zwiebeln, Wein (auch bodendeckend, nicht hochgebunden) säumen unseren Weg.

Mit dem Bus fahren wir ca. 2,5 Std. zum „Dana Guesthouse“ in Dana. Es wird von der “Royal Society for the Conservation of Nature” betrieben und ist (wie wir erst morgens bei Tageslicht bemerken) phantastisch gelegen. Die Zimmer sind einfach, aber sauber und sehr schön eingerichtet. Bad und Toiletten sind auf dem Gang und sehr sauber und modern. Einzelzimmer gibt es nicht. Das Abendessen um 19:00 Uhr ist ausgezeichnet und alles mit Liebe zubereitet. Als Getränk gibt es kalten Hibiskus-Tee, der allen ziemlich gut schmeckt. Nach dem Essen gibt es einige Mitbringsel von zuhause, z.B. die gute Toblerone, aber auch das Hotel serviert leckeren Kuchen. Danach sitzen wir um den offenen Kamin, an dem auch einige Wanderschuhe und Socken getrocknet werden, die um Wadi zum Einsatz kamen, und es wird eifrig gesungen und musiziert, die Mundharmonika kommt wieder stimmungsfördernd zum Einsatz. Unsere Gastgeber sitzen am Nebentisch und hören gespannt zu. Wir fordern sie auf, auch etwas zu singen und tatsächlich singt ein jüngerer Mann ein schönes, traditionelles Lied. Obwohl wir den arabischen Text nicht verstehen, gefällt es uns gut! Es wird noch bis gegen 23:00 Uhr geschwatzt und dann gehen auch die letzten ins Bett.

Insgesamt waren wir heute etwa 4:45 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 7,5 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 200 Höhenmeter herunter und ca. 100 Höhenmeter wieder hinauf bewältigt.

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Die Kreuzritterburg bei Kerak
In der Kreuzritterburg bei Kerak
Im Wadi Ibn Hammad
Im Wadi Ibn Hammad
Im Wadi Ibn Hammad
Im Wadi Ibn Hammad
Im Wadi Ibn Hammad
Waschtag bei Beduinen, ansonsten sehr trocken in der Ebene oberhalb des Wadi Ibn Hammad