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Ecuador 2002 / 2003 - Tag 8

Zugfahrt Alausi-Huigra

Schon 4:45 Uhr müssen wir aufstehen, damit wir rechtzeitig noch vor 7:00 Uhr am Zug sind! Dafür werden wir aber auch mit Musik am Telefon geweckt und auch sonst stimmt uns das Hotel gnädig. Wir fahren heute auf der steilsten und schwierigsten Bahnstrecke der Welt! Die Strecke ist nur noch für und aber auch durch die Touristen in Betrieb und hat sonst keinen weiteren Nutzen.

In Alausi angekommen, mieten wir uns jeder ein Sitzkissen f ür US$ 1 und klettern gleich auf das Waggondach, denn kein vernünftiger Mensch sitzt im Waggon und guckt aus dem Fenster! Nein, man sitzt oben und hat von dort einen tollen Blick auf eine absolut überwältigende Landschaft mit hohen Bergen und noch tieferen Tälern. Kein Geländer oder andere Dinge, nur ein kleiner Rand zum Abstützen mit den Füßen. Aber die Bahn fährt dazu auch sehr langsam. U.a. bewältigen wir die "Teufelsnase" ("El Nariz del Diablo"), eine Kurve mit fast senkrechten Felswänden über und unter uns.

Auf der Fahrt gibt es wirklich viel zu sehen, dazu unterhalte ich mich angeregt mit einer sehr netten Dame, die allein in Südamerika unterwegs ist und einfach mal ein Jahr blau macht. Auch aus Deutschland und wohl eigentlich eine Fränkin aus Bamberg. Sie war schon überall, wo wir noch hinkommen und so erfahre ich schon mal einige interessante Dinge über das Land und die Leute und dass man sogar normalen Tomatensaft in Ecuador bekommt.

Auf den Waggondächern balancieren während der Fahrt Verkäufer von Getränken, Enpanadas (gefüllte, frittierte Teigtaschen), Süßigkeiten und frittierten Bananen-Chips entlang der Kante, die Passagiere halten sie fest und so geht es mit einigen Zwischenstationen bis Huigra, wo wir wieder in unseren Bus steigen, der parallel zu uns fuhr. Diese Zugfahrt ist sicherlich das beeindruckendste Einzelerlebnis dieser Reise, denn die Landschaft mit den riesigen Höhen und Tiefen so unmittelbar und nah ist schon berauschend.

Wir fahren zur "Hacienda Manteles", einer Pension in einem malerischen Tal, wo Landwirtschaft betrieben wird und eigentlich alles wächst, was man in die Erde steckt. Unser Fahrer will eine Abkürzung nehmen, die sich aber eher als Verlängerung entpuppt, aber wir haben ja Zeit und sehen so mehr vom Land. Die Pension ist sehr schön gelegen, die Zimmer sehr gemütlich, teilweise mit Ofen. Die Türen haben keinen Schlüssel und keine Nummer, allerdings ist das Haus sehr hellhörig.

Nach einem guten Abendessen bleiben wir noch lange sitzen und erzählen, bis uns nichts mehr einfällt.

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Zugfahren kann so spannend sein!
Hunderte Meter unter mir ist auch noch was