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Ecuador 2002 / 2003 - Tag 6

Wanderung zum zweiten Zeltlager

Nach einer frostigen Nacht, in der ich so gut wie nicht schlief, dies jedoch nicht an meinem zu dünnen Schlafsack (lt. Hersteller tauglich bis +5°C), sondern eher an der zu dünnen Luft und an meiner Erkältung lag, frühstücken wir vollkommen himmlisch und malerisch unter freiem Himmel mit Blick auf den Chimborazo bei strahlendem Sonnenschein. Schon jetzt ist Sonnenschutz alles, meine Sonnencreme mit LSF30 ist eigentlich nicht ausreichend. Schließlich sind wir nahe dem Äquator UND in über 4000 m Höhe.
Obwohl alles gefroren ist, gibt es Schüsseln zum Waschen mit warmem Wasser, sie werden sogar vor die Zelte gebracht! Gegen 8:30 Uhr brechen wir zur zweiten Etappe unseres Trekkings auf, es geht schon viel leichter als gestern. Und wir haben heute nicht so viele Höhenmeter zu bewältigen, da das nächste Lager etwa gleich hoch ist und wir auf dem Wege nur etwas weiter um den Chimborazo herum wandern.
Die Mittagspause gibt es mitten in den Anden, es erwarten uns zwei Köche mit einem riesigen Topf Suppe und einem Winzig-Buffet mit Spießchen!!! Oliven und Partywürstchen und Brötchen und Wurst und Käse. Aber kaum einer nimmt davon etwas, alle essen wie verrückt die Suppe, teilweise drei Schüsseln. Sie ist aber auch sehr gut. Die Köche geben sich wirklich große Mühe und sind auch immer gut gelaunt! Wir erfahren, dass sie mit die bestbezahlten Leute beim Trekking sind und sich vom einfachen Pferdetreiber hochgedient haben.

Am Nachmittag trennt sich die Gruppe, die meisten gehen eine etwas schwerere Schlussstrecke, ich gehe aber mit den Weicheiern den kurzen Weg zum Lager.
Heute ist das Wetter sehr ungewöhnlich, da den ganzen Tag über klarer Himmel ist und die Sonne scheint. Sonst trübt es am Nachmittag immer ein, was aber nicht verkehrt ist, da die Sonneneinstrahlung wirklich enorm ist und man am Vormittag eigentlich genug abbekommt. Auf dem Wege wurde eine für deutsche Zungen etwas leichtere Version von "Caihuairazo" geboren, wir sprachen ab jetzt nur noch (zugegeben etwas ketzerisch) von "Tschingdarassabumm".

Im Zeltlager lege ich mich sofort hin, ich habe Schüttelfrost. Trotz Kopfbedeckung habe ich wohl zu meiner Erkältung noch einen Sonnenstich bekommen, womit ich aber nicht der Einzige bin. Mittlerweile haben einige Leute Erkältungen und Sonnenstiche, sodass einige den Abend im Zelt verbringen und nur zum Abendessen rauskriechen. Das ist jedoch allerköstlichst, es gibt ganz kleine Pizzen mit Gemüse und Käse und als Nachtisch eine gekochte Baumtomate mit Vanillesoße. Dieses Obst sieht etwa aus wie eine Eiertomate, ist mild süßlich und auch als Saft eine tolle Sache, mein Lieblingsobst in Ecuador.

Am nächsten Tag ist ja die Abschlusswanderung, die Wanderer gehen bis zum Anfang des Gletschers des Caihuairazo bis ca. 4800 m, die Bergsteiger über den Gletscher zu dessen Ende, das ist bei ca. 4900 m. Es gibt noch einigen Ärger als Benno erklärt, dass der Gipfel morgen nicht drin ist, weil kein Schnee drauf liegt, den man zum Klettern mit den Steigeisen braucht. Viele sind enttäuscht und so wollen morgen statt 9 nur noch 3 Leute richtig klettern.
Ich werde aber morgen wohl mal aussetzen, denn mir geht es wirklich relativ schlecht. So hoffe ich auf eine Erholung, dass ich den Rest der Reise wieder topfit bin. Das ist wichtiger als diese Wanderung morgen.

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Frühstück mit Panorama-Blick, der Himmel ist so nah!
Wanderpause am Chimborazo