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Ecuador 2002 / 2003 - Tag 4

Marktbesichtigung Latacunga, Fahrt zur ehemaligen Bahnstation Urbina

Morgens schaffen wir fast unser gesamtes Gepäck (außer einigen Dingen, die wir im Hotel lassen können, bis wir wieder in Quito sind, z.B. die Klamotten für die Heimreise) in den Bus und verlassen Quito, erst mal in Richtung Latacunga, wo wir noch einen Markt besichtigen wollen. Diesmal mehr Klamotten, wobei alle Markenartikel zu 100% gefälscht sind. Plötzlich ein großer Menschenauflauf in einem der Gänge, es wird von Überfall gemunkelt. Doch es ist was ganz andres, denn eines unserer Gruppenmitglieder hat einen epileptischen Anfall, den ersten ihres Lebens! Die Marktbesucher sind wieder sehr freundlich und hilfsbereit und zeigen uns gleich den Weg zum Krankenhaus, was durch Zufall direkt neben dem Markt und nur ein paar Meter entfernt ist. Dort ist die Versorgung auch gut, wir warten alle, was denn nun ist. Es gibt gleich Medikamente und auch ich kaufe welche in einer Drogerie für meine Erkältung, die ich seit einigen Tage mit mir rumschleppe.

Mittag gibt es in einem tollen Hotel am Wegesrand, alles sehr malerisch, aber menschenleer. Wir stoppen noch zwei Mal, erst mal an einem Stand, wo es Puppen für Silvester zu kaufen gibt für einen Brauch in Ecuador, wo man eine Puppe aus Stoff, und Sägespänen, teilweise mit Silvesterknallern gefüllt und einem richtigen Gesicht in fast Lebensgröße verbrennt. Vorher bekommt die Puppe einen Namen, z.B. von jemandem, den man nicht leiden kann. So soll Altes vergessen werden.
Dann halten wir noch an einem Supermarkt für allerlei Besorgungen, auch für Silvester. Für einen Geburtstag am 30.12. kaufen wir noch die Zutaten für Caipirinha, die wir in den Anden machen wollen. Leider fehlt das Eis, aber es muss sein!

Unser nächstes Ziel ist die ehemals höchstgelegene Bahnstation Ecuadors, Urbina, die jetzt nach Stilllegung der Bahnstrecke eine Bergwanderhütte ist, urgemütlich und sehr gut geführt von Rodrigo, einem Bergführer.
Obwohl nicht für alle Einzelzimmerbesitzer eines da ist, bekomme ich doch eines und bin froh drüber. Nach der Ankunft gibt es Tee und Plätzchen an einer langen Tafel. Die Landschaft um die Bahnstation ist malerisch und überwältigend und wird vom Chimborazo dominiert, an dessen Fuße wir uns befinden. Rechts daneben der Carihuairazo, den bald einige von uns besteigen wollen. Man merkt die Höhe von ca. 3600 m beim Treppensteigen, wonach einem etwas schwindlig wird.
Nach dem Abendessen und einer Darbietung einer Folklore-Musikgruppe, die wirklich toll und stimmungsvoll ist und wobei uns die Hüttenbetreiber zum Tanzen treiben, bis uns allen richtig warm ist und die Hütte vibriert, machen wir uns an die Caipirinha, es reicht für alle, auch fürs Küchenpersonal und andere Wanderer, die in der Hütte sind.

Ich nehme Aspirin gegen die Erkältung, aber man sagt, sie hilft auch gegen die Höhenkrankheit, weil das Blut dadurch flüssiger bleibt.

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Puppenverkauf an der Straße