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Kuba 2013/2014 - Tag 13

Wanderung „Aguada de Joaquin“ - Pico Turquino

Wir stehen sehr früh auf, gerade so, dass das Tageslicht ausreicht zum Packen und Frühstücken.

Die Nacht war kurz, weil Julio wegen einer Erkältung mächtig schnarchte.

Zum Frühstück gibt es Cheese+Crackers, viele Omeletts und sehr guten Milchkaffee. Auch Tee gibt es.

Schon 7:20 Uhr starten wir zu unserer längsten Tour. Es ist noch schön kühl und wir wandern durch schattigen Wald, der noch nass vom nächtlichen Tau ist. Rundum vor allem große Farne und viele andere Pflanzen, die viel Feuchtigkeit brauchen. Schon gestern nachmittag sahen wir viele Wolken aufsteigen, obwohl der Tag sonst sonnig und trocken war. Das ist nicht häufig so, wie uns Julio sagt und wir haben wohl wirklich Glück mit dem Wetter. Mein Regenzeug hatte ich sowieso im Hauptgepäck gelassen, war das unvorsichtig?

Heute sieht es jedenfalls auch danach aus, als ob das Wetter gut bleibt.

Wir steigen wieder sehr steil auf, wieder ist der Weg aber in einem sehr guten Zustand und ist gut gepflegt. Wir erreichen einen Sattel auf einer Höhe von etwa 1.600 m und überqueren dort den Pico Joaquin Y Regino, nach dem wohl die Berghütte ihren Namen hat. Auf diesem Niveau geht es, abgesehen von kleineren An- und Abstiegen, eine ganze Weile weiter. Es wird aber wärmer und so ist es auch so anstrengend.

Später geht es aber wieder steil und über hohe Stufen aufwärts und nicht sehr viel später gegen 10:00 Uhr stehen wir schon auf dem Gipfel des Pico Turquino auf 1.974 m. Der Gipfel ist ein freies Plateau mit einer großen Portraitbüste von José Martí. Es wartet auch unser Führer für den Abstieg, der aber einen etwas unmotivierten Eindruck macht. Sein schwarzer schlanker Hund lugt nach unserem Proviant.

Unser Führer, der uns gestern und heute bisher begleitete, verabschiedet sich und geht zurück zu Hütte. Vorher kriegt er natürlich sein Trinkgeld!

Nach einer Rast auf dem Gipfel mit kleinem Picknick und Gipfelfotos starten wir den langen Abstieg. Unser Ziel ist der Strand, also Meereshöhe. So einen langen und tiefen Abstieg haben die wenigsten der Gruppe schon einmal bewältigt.

Auf dem Abstieg bieten sich endlich auch einige lohnende Ausblicke auf das Meer und die umliegenden Berge. Bisher war die Aussicht eingeschränkt, weil wir immer ringsum von Wald umgeben waren. Aber beim Aufstieg war Schatten besser als Aussicht! Wir wandern immer weiter auf einem Gratweg und erst scheint es so, als ob wir den benachbarten Pico Cuba auch noch besteigen. Der Weg geht aber seitlich daran vorbei. Dann geht es teils sehr steil abwärts, wieder über tausende Stufen. Meine Wanderstöcke helfen nun prima.

Gegen 13:30 Uhr sind wir auf etwa 600 m abgestiegen und wir kehren auf einem kleinen Bauernhof zum Mittagessen ein. Zuerst dezimieren wir Bier- und Malzbiervorräte, dann essen wir dankbar Reis, Bohnensuppe und Dosenfleisch. Uns schmeckt es prima, auch wenn das Essen einfach ist, und loben die Köchin. Es ist sehr gutes, aber sehr heißes Wetter und hier im Tiefland schwitzen wir kräftig. Wir sind schon ziemlich fertig, müssen aber noch einen weiten Weg zurücklegen.

Wir machen uns wieder auf dem Weg, der nun flacher, aber dadurch auch streckenmäßig viel länger wird. So strecken sich die letzten 600 Höhenmeter fast endlos und die Hitze ist gleichzeitig groß. Fix und fertig kommen wir am Ziel an, wo schon die Jeepfahrer warten, die uns ins Hotel bringen.

Mit Pausen waren wir fast 8,5 Stunden unterwegs und haben dabei über 800 Höhenmeter aufwärts und fast 2.200(!) Höhenmeter abwärts auf einer Strecke von ca. 14,5 km zurückgelegt.

Wir trinken ein paar Colas und fahren los. Erst wundern wir uns, warum uns nicht der Bus holt. Aber die Küsten-Straße ist so extrem schlecht, dass ein Bus hier keine Chance hätte. Vollkommen verwahrlost, Brücken eingestürzt, teilweise zum Strand hin abbröckelnde Straßenabschnitte. Der Strand besteht aus grobem Kies und Felsen. Etwa auch am Hotel? Unsere Fahrer fahren zickzack, zum Glück ist sonst praktisch kein Verkehr hier. Wir fahren über eine Stunde, bis wir am Hotel „Brisas Sierra Mar“ sind und glücklich unsere Zimmer beziehen, nachdem wir unsere Zimmerkarten und die All-Inclusive-Armbändchen erhalten haben.

Während wir duschen und ausruhen, fällt ständig für wenige Minuten der Strom im Hotel aus. Auch ansonsten macht das Hotel mit immerhin 4 Sternen einen mittelmäßigen Eindruck. Außer uns praktisch sind nur Pauschaltouristen von Neckermann, FTI, viele Kanadier und Niederländer hier. Einen längeren Urlaub mag ich hier nicht verbringen… Aber für einen Kurzaufenthalt als Erholung nach unserer Bergtour ist das Hotel gut geeignet.

19:30 Uhr treffen wir uns an der Bar, es gibt leider keinen Piña Colada (mehr). Danach zum Buffet-Essen, auch das ist mittelmäßig. Aber wir haben mächtigen Hunger und so stärken wir uns mit allem, was da ist.

Am Pool auf eine Bühne läuft eine Show, aber wir wollen nur noch ins Bett. Die Anstrengung heute war wirklich enorm!

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Durch den Dschungel zum Gipfel
Der Berg ruft!
Um uns herum viele Farne
Auf dem Gipfel - zwei Helden
Rundblick über die Berge
Blick von oben nach unten: Da müssen wir runter!
Blick von unten nach oben: Geschafft oder: Da waren wir!