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Kuba 2013/2014 - Tag 11

Fahrradtour „El Saltón“ - Maffo, Reisetag Maffo - Bartolomé Masó

Trotz langer Nacht gibt es kein Erbarmen und wir stehen schon 7:00 Uhr auf, gehen zum Frühstück und schwingen uns danach gegen 9:00 Uhr direkt vor dem Hotel wieder auf die Fahrräder. Nochmal ein kurzer Check, ob alles in Ordnung ist. Der eine Platten von gestern wurde geflickt, wohl von unserem Busfahrer Javier.

Wir fahren zuerst über Schotter und Asphalt abwärts nach Cruze de los Baños, wo wir unseren Feier-Platz gestern überqueren und schon wieder vollkommen sauber vorfinden. Die Verkaufsstände für das Freibier stehen immer noch da. Sie sind rundum nahezu geschlossen, nur winzige Fenster und ein winziger Laden zum Herausreichen des Biers, die Fenster  dazu vergittert. Offenbar alles zum Schutz des Biers und der Verkäufer, weil es wohl schon oft Übergriffe während des Verkaufs gab und einige mehr wollten als sie bezahlen konnten.

Weiter geht es nach Los Negros über relativ gute Asphaltstraßen, aber auch wie gestern munter auf und ab bei großer Hitze schon morgens. Wir sind schnell am Ziel nach 22 km und es ist eigentlich klar, dass wir noch ein Stück weiter radeln als eigentlich geplant (der Bus sollte uns planmäßig in Los Negros aufsammeln). Wir machen also Pause, essen leckere Nussriegel eines lokalen Verkäufers mit einer kleinen Blechkiste und trinken viel Wasser. Ich mache mich zuerst auf den Weg und verfahre mich fast, werde aber von Julio rechtzeitig zurückgepfiffen. Nicht weiter geradeaus, sondern rechts abbiegen!

Nach weiteren ca. 10 km sind wir in Maffo nahe Contramaestra und rasten dort auf dem zentralen Platz. Der Bus kommt und wir laden die Räder ein.

Mit Pausen waren wir ca. 3,5 Stunden unterwegs und haben dabei ca. 500 Höhenmeter aufwärts und ca. 550 Höhenmeter abwärts auf einer Strecke von über 35 km zurückgelegt.

Wir fahren mit dem Bus ca. 50 km nach Bayamo, wo wir im Hotel Royalton mittagessen. Es ist das erste Hotel am Platz und an Touristen gewöhnt. Wir bekommen recht schnell unser Essen a la carte, d.h. je nach Wunsch Pommes, Salat, Hühnchen, Rind oder Fisch und schöne kalte Cola. Die lokale Marke Tucola kann man sehr gut trinken und meiner Meinung nach steht sie eine Coca Cola in nichts nach. Während unserer Zeit auf Kuba trinken wir wirklich viel Cola, weil sie in der Hitze einfach gut tut.

Nach dem Essen ein Rundgang in der Stadt und deren großzügiger Fußgängerzone. Sehr viel ist neu gestrichen, weil offenbar Raúl Castro vor einiger Zeit hier war. Heute ist Feiertag und die meisten Geschäfte, außer einiger Musikläden, sind geschlossen. Die Musikläden sind stets Kombiläden und verkaufen neben der Musik noch etwas anderes, also z.B. Schuhe oder Lebensmittel. CDs sind günstig, aber nie original. Sie werden beim Kauf vor Ort per Brenner dupliziert! Dem ersten Eindruck nach sind das alles Raubkopien. Auch gestern bei Silvester kam es uns so vor, als ob die vom DJ gespielten Hits allesamt Coverversionen sind, sei es von Lady Gaga oder von dem auf Kuba sehr beliebten Hit Vivir Mi vida von Marc Anthony. Gibt es auf Kuba ein Problem, an echte westliche Musik-CDs zu kommen? Wir wissen es nicht.

Die Schaufenster der Läden sind schaurig. Nur ganz wenige Produkte sind gezeigt, der Rest leer. Es gibt einfach nichts. So sehen wir in einem großen Schaufenster 3 Tassen und 3 Scheuerschwämme, sonst nichts…

Weiter geht es mit dem Bus nochmal 60 km in die Berge. Auf dem Weg dorthin plötzlich ein langer Stau auf einer schmalen Landstraße. Es gab einen schweren Unfall zwischen einem alten Jeep und einem LKW. Es sieht schlimm aus, aber die Polizei und Krankenwagen sind schon vor Ort. Nach einiger Zeit geht es weiter, der Verkehr wird an der Unfallstelle vorbeigeleitet.

Gegen Ende unserer heutigen Fahrt geht es teilweise extrem steil nach oben und die Straßen sind schlecht. Der Bus schleicht dahin, teilweise mit weniger als Schritttempo! In der Dämmerung sind wir im Hotel „Villa Santo Domingo“ in der Nähe des kleinen Ortes Bartolomé Masó und checken in nahezu brandneue Zimmer in einer Holzhaussiedlung ein. Sehr schöne mehrstöckige Holzhäuser, auch die Zimmer sind nett. Aber der erste Eindruck täuscht. Bei mir fehlt wieder mal die Klobrille und der Wasserdruck ist wieder einmal sehr niedrig (wie sich später herausstellt, wurde über mir gebadet). Die Badewanne ist zwar schick, aber so fehlkonstruiert, dass nach jedem Duschen das gesamte Bad schwimmt, weil Wasser vom Duschvorgang über den Rand fließt.

19:30 Uhr gibt es Abendessen. Im Hotel ist außer uns noch eine große Gruppe älterer niederländischer Touristen. Sie besetzen lange die Bar und der Barkeeper ist in Personalunion auch Kellner. Dies beschleunigt die Abläufe nicht gerade. Abendessen hatten wir vorab bestellt aus einer Auswahl und so bekommen die meisten Gulasch. Abgezählte 6 Fleischstückchen in Soße, dazu kalter Kürbis, sehr trockenen Reis+Bohnen. Hier wird gespart! Vorher gibt es knochentrockenes Brot mit einer Knoblauchcreme. Als Dessert gibt es exakt 1,5 Stück Dosenpfirsich-Hälften. Es ist das schlechteste Essen der Reise – und das vor unserer Bergtour.

Wir diskutieren nach dem Essen noch ausführlich die morgige Tour und welche Schwierigkeiten wohl kommen mögen. Einige von uns sind seit Beginn der Reise magengeschädigt und nicht topfit… Aber wir haben gemeinsam noch Hoffnung!

Ca. 22:00 Uhr ins Bett.

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Noch einmal mit dem Fahrrad auf Kubas Straßen unterwegs
Nein, keine Szene aus Texas, 1963, sondern auf Kuba 2013!
Auch der Public Transport steht im Stau