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Kuba 2013/2014 - Tag 10

Erholungstag im Hotel „El Saltón“

Heute dürfen wir spät aufstehen, erst 7:30 Uhr! Zum Frühstück viel Rührei+Gemüse, Brot, Obst.

9:00 Uhr geht es los zu einer gemütlichen Wanderrunde rund um das Hotel zu einem kleinen Wasserfall. Unser deutsch sprechender Führer erklärt uns Pflanzen und Tiere auf dem Weg.

Auf einer Anhöhe gibt es im Gegensatz zum Hotel auch Handy-Empfang, der eifrig genutzt wird. Schließlich ist heute Silvester. Leider klemmt an meinem Handy irgendwas, sodass ich weder senden noch empfangen kann.

Auf dem Weg kommen wir bei einer Bauernfamilie vorbei und schauen uns die Häuschen und das Drumherum an. Mitten im Wald, sehr ärmlich, aber offensichtlich nicht unglücklich. Alle Haustiere laufen frei herum, und diese Schweine und Hühner machen einen sehr gesunden Eindruck. Die Küche hat eine offene Feuerstelle, wie wir sie schon mehrmal sahen und sehen werden. Auf einem Fels liegt eine große Menge Kaffee zum Trocknen und späteren Mahlen. Auch das ist absolut üblich. Jeder, der die Möglichkeit hat, pflückt, röstet und mahlt seinen Kaffee selbst. Und die Resultate sind prima!

Weiter geht es an einer Wasserstelle vorbei, wo auch Einheimische baden. Doch Julio warnt uns vor Cholera-Erregern in diesem Gewässer und so baden wir lieber nicht.

Schon 11:30 Uhr sind wir wieder da und haben Freizeit. An einem Wassertümpel unterhalb des Hotelrestaurants ist es angenehm kühl und wir legen uns dort nieder zum Lesen und Schwatzen. Zwischendurch ein leckeres Sandwich zum Mittag. Einige buchen eine Massage im Hotel.

Vor dem Abendessen noch ein paar Runden Billard, aber der Tisch ist ein vollkommenes Wrack. Wackelig und mit Unebenheiten. Und es kostet auch noch 3 CUC pro Stunde! Ich knalle dem Barkeeper das Geld auf die Bar mit einem Blick, der nicht missverstanden werden kann. Trotzdem hatten wir unseren Spaß beim Spiel und konnten unsere Schwächen auch prima auf den Tisch schieben!

Zum Abendessen tischt das Hotel das Beste auf, was Kuba so zu bieten hat. Es gibt (importierten) Rotwein, exzellentes Rindfleisch(!), Hühnchen, richtige Kartoffeln, Kochbananen, Reis+Bohnen. Zum Dessert frische Früchte, kandierte Früchte und sogar eine große Schüssel Milchreis mit Zimt! Am Tisch haben wir wie gestern auch schon eine Live-Band, die mittelmäßig spielt. Heute mischt auch noch der Koch in voller Montur, d.h. mit Kochmütze und Schürze als Bandmitglied mit und schwingt die Rasseln und tanzt. Er ist wohl froh, das Silvestermenü in der Küche überstanden zu haben!

Mit uns ist noch eine andere Gruppe von avenTOURa im Hotel, die die Reise „Cuba oriental“ (ohne active) macht. Deren Reiseleiter lernen wir später beim Billard kennen, ein leicht verrückter quirliger Typ. Wir spielen eine Runde Deutschland/Kuba, 2 Deutsche gegen die beiden kubanischen Guides, Deutschland gewinnt knapp, der Verrückte ist ziemlich angefressen, gratuliert aber dennoch.

22:00 Uhr fahren wir mit unserem Bus in den Ort hinunter. Dort soll eine große Party sein. Und tatsächlich: es spielt laute Musik auf einer Bühne (nicht Live) und es sind viele Leute hier. Wir sind die einzigen Touristen, schließlich sind wir hier auf dem Lande. Die andere Gruppe kam nicht mit.

Wir kaufen etwa Büchsenbier in einem Restaurant. Die Einheimischen trinken meist Fassbier, wofür ein eigenes Gefäß nötig ist. So sehen wir also viele 1,5-Liter-PET-Flaschen mit Bier, aber auf viele Kochtöpfe aller Art als Trinkgefäß. Es wird eifrig getanzt und wir werden von den Einheimischen zum Tanz gefordert, oft mit ganz eindeutigen Hintergedanken. Die Verzweiflung der Leute ist schon spürbar und sie nehmen jede Chance wahr, an Geld zu kommen… Wir haben aber trotzdem viel Spaß und es ist ein angenehmer Abend. Es gibt einen kurzen Stromausfall von 5 Minuten, alles still und finster. Es geht aber schnell wieder alles an.

Gegen 23:45 Uhr wird das Hissen der Nationalflagge vorbereitet und es gibt eine flammende Rede von Parteifunktionären auf der Bühne. Alle zusammen singen die Nationalhymne und die Fahne wird gehisst. So ist Silvester auf Kuba, weil dies auch der Vorabend des Jahrestags der Revolution am 1. Januar ist! Und diesmal ist es sogar der 55. Jahrestag!

Danach keine Musik aus der Konserve mehr, sondern eine Liveband spielt nun etwas traditionellere, aber keineswegs schlechtere Musik.

Wir denken aber langsam an den Aufbruch, auch um die Geduld unseres nüchtern bleibenden Busfahrers Javier nicht unnötig zu strapazieren. Einige wollen noch bleiben, aber… Einige Kubaner können sich nur schwer von uns trennen und müssen mit allen Tricks davon abgehalten werden, mit in den Bus zu steigen. Es geht aber alles ohne Probleme oder Ärger ab, denn am Ende sind die Kubaner doch friedliche Leute.

Gegen 1:30 Uhr liegen wir im Bett.

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Ein Silvesterspaziergang rund um das Hotel
Ein Flüsschen lädt zum Baden ein, doch nein: Choleragefahr
Eine Hibiskusblüte am Wegesrand
Eigener Kaffee ist viel wert!
Ein Blick in die Küche
Wer hier wohl wohnt?