Position: Home > Photo > Kuba 2013/2014 > Tag 6

Kuba 2013/2014 - Tag 6

Besteigung des „El Yunque“, Baracoa

Wieder früh aufstehen nach kurzer Nacht. Frühstück wie gestern, die Pancakes schmecken immer noch.

8:00 Uhr wartet wieder ein kleiner LKW auf uns, wieder auf die Ladefläche und raus in die Natur. Heute steht die Besteigung des Tafelbergs „El Yunque“ auf dem Programm. Es hat zwar nicht mehr geregnet, aber wir müssen uns wieder auf recht matschige Wege gefasst machen.

Wir sind noch nicht richtig auf dem Weg, da stehen wir plötzlich am Ufer eines breiten Flusses (der Rio Duaba) und müssen dort rüber. Julio setzt sich auf einen Stein und zieht die Schuhe aus, obwohl erkennbar ist, dass der Fluss deutlich tiefer als brusttief ist… Ein Scherz!

Er ruft vom gegenüberliegenden Ufer den Bauern mit seinem Floß aus Bambusstämmen. Er kommt und holt jeweils 4 Leute von uns und stakt geübt über den Fluss. Niemand wird nass, auch wenn das Floß bedenklich tief im Wasser liegt.

Von dort wandern wir steil, teils sehr steil bergauf bis ca. 280 Höhenmeter. Dort gibt es einen kleinen Unterstand, wo wir rasten. Zwischendurch wandern wir durch Anpflanzungen von Bananen, viel Kakao und Orangen. Überall duftet es leicht nach verfaulenden Früchten, aber nicht unangenehm. Ein riesiger Haufen Schalen von Kakaoschoten zeigt, dass hier auch gearbeitet wird. Ansonsten sind die Pflanzungen meist relativ wild. Vor allem für den Kakao, den Kaffee und die Kokosnüsse ist die Region Baracoa besonders bekannt.

Dann geht es weiter bergauf, der Weg ist schwierig. Ohne die oft montierten Geländer hätten wir viel mehr Mühe. Stück für Stück geht es nach oben und es ist wieder sehr schwül und heiß. Endlich oben angelangt sind wir auf ca. 550 Höhenmetern. Leider wenig Aussicht wegen vielen Bäumen rundherum. Eine Portraitbüste vom Nationalhelden Antonio Maceo ziert auch noch den Gipfel.

Wir machen uns nach einem Rundumblick zügig auf den Rückweg, weil es auf dem Gipfel auch keinen Schatten gibt. Kein guter Rastplatz. Wir sind bald wieder an dem Unterstand, der sich stark gewandelt hat. Denn nun steht hier ein lokaler Bauer und verkauft frisches Obst an zahlreiche Touristen (Chinesen, Niederländer), die ihn umringen. Es gibt tolle Bananen, Orangen und weiße und rote Grapefruit. Für einen CUC hat man eine Flatrate! Vor allem die weiße Grapefruit ist sensationell und selbst die Magenkranken finden in den Bananen lohnende Beute. Es wird schwer sein, Besseres zu finden, vor allem Frischeres und in einer schöneren Atmosphäre. Und nach der Anstrengung schmeckt es natürlich nochmal so gut.

Wir steigen zwischenerholt weiter ab und der Bauer setzt uns wieder mit dem Floß über und streicht sein lohnendes Trinkgeld ein. Ich war mit Julio etwas früher am Bauernhof und während Julio und ich unsere Schuhe putzen, bietet mir der Bauer eine Flasche als Getränk an. Ich denke zuerst, es ist Rum und lehne ab. Aber in der Flasche ist selbst gerösteter und gekochter kalter Kaffee, der immer noch köstlich schmeckt. Ich bedanke mich mit einem kleinen Trinkgeld und gehe zum Floß.

Mit Pausen waren wir fast 5 Stunden unterwegs und haben dabei ca. 550 Höhenmeter aufwärts und ca. 550 Höhenmeter abwärts auf einer Strecke von ca. 8,5 km zurückgelegt.

Gegen 14:30 Uhr sind wir um Restaurant Finca Duaba und essen dort gut zu Mittag. Es gibt Reis+Bohnen, Fleisch, Obst und als Dessert eine leckere Kakaocreme. Der Kakao ist garantiert frisch!

Im Hotel sind wir gegen 15:30 Uhr zurück, wo ich die Zeit für Klamottenwaschen und Schlafen nutze.

Gegen 19:00 Uhr fahren wir mit Fahrradrikschas in die Stadt. Wir handeln die Chauffeure von astronomischen 4 CUC auf 2 CUC für je zwei Passagiere herunter. Im Zentrum essen wir auf dem Balkon des „La Habanera“ recht gut Sandwiches und Pommes. Davor waren wir schräg gegenüber im Restaurant und Laden „Casa de Cacao“ und kaufen frische und hausgemachte köstliche Pralinen. Sie sind zwar sehr teuer mit 0,6 bis 0,8 CUC pro Stück, aber ein Genuss!

Wir schauen noch nebenan eine afrikanische Performance in einem Hinterhof an und schlendern nochmal durch die Stadt, wo allerlei los ist und überall Musik gespielt wird. Insgesamt eine feiertagsähnliche Stimmung an diesem Freitagabend. Später erfahren wir, dass an dem Abend der 55. Jahrestag der Revolution gefeiert wurde (eigentlich ist der ja erst am 1.1.2014). Das hatten wir so nun nicht bemerkt.

Wir fahren mit unserem Fahrrad-Taxi zurück zum Hotel, bergauf müssen wir, wie schon auf dem Hinweg, laufen und der Fahrer schiebt sein Taxi den Berg hinauf. Kein leichter Job. Alle Taxis wie auch alle sonstigen Fahrräder sind praktisch ohne Beleuchtung. Nur ein Fahrrad-Taxi sehen wir mit Beleuchtung, es ist eine Petroleum-Lampe mit offener Flamme ohne Glaskolben, direkt über der Hinterachse. Man muss wohl nicht lange warten, bis dieses Taxi einmal abbrennt.

Gegen 23:00 Uhr sind wir im Bett.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Unser Floß über den Rio Duaba
Durch Bananen- und Kakaoplantagen aufwärts
Auf dem Gipfel des El Yunque, Rundblick
Frischer können tropische Früchte nicht mehr sein!
So nah sind sich Russen und Amis selten, Parkplatz vor dem Parkeingang