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Kuba 2013/2014 - Tag 2

Holguín, Pinares de Mayarí

Früh aufstehen nach dieser Nacht. Wieder langwieriges Duschen mit homöopathischen Dosen an Wasser, wenigstens ist es warm.

Ich bin der erste beim Frühstück und genieße die Aussicht auf die Stadt, auf die wir von hier oben schauen. Gestern abend waren schon die Lichter zu sehen.

Das Frühstück ist überraschend gut! Es gibt frisches Hefebrot, Deutsche Markenbutter (die wir auf dieser Reise praktisch in jedem Hotel vorfinden und teuer importiert wird!), Orangenscheiben (passen gut zu dem Butterbrot), Omelett mit Schinken und Käse und sehr guten Kaffee mit Milch.

8:30 Uhr fahren wir los zur kurzen Stadtbesichtigung von Holguin, der drittgrößten Stadt Kubas.

Wir fahren durch die Straßen bis zum Fuß einer langen Treppe mit 458 Stufen, oben auf dem Berg "Loma de la Cruz" eine Aussichtsplattform und ein großes Kreuz. Auf dem Weg nach oben versuchen junge Kubaner mit Erklärungen an Geld zu kommen, quasi als Reiseführer. Ich gehe aber nicht darauf ein.

Wieder unten fahren wir zu einem zentralen Platz „Parque Calixto García“ und kaufen in einem Supermarkt Wasser für die nächsten Tage, jeder etwa 10 Liter. Danach Freizeit zur Erkundung der näheren Umgebung. Es ist aber nur mäßig spannend. Die Menschen sind total entspannt und ruhig, nirgends Schreierei. Ich kaufe mir einen Hamburger an einem kleinen Grillstand für praktisch kein Geld (10 nationale Pesos, das sind 0,4 CUC, also etwa 30 Euro-Cent), schmeckt wirklich gut, auch wenn das Fleisch nicht sehr gut ist. Wenigstens ist es gut und in Ruhe durchgebraten und keine Folgeprobleme. Beim Bezahlen fällt mir plötzlich meine Kamera aus der Hand und fällt aus mehr als 1 Meter Höhe mehrmals auf den Asphalt. Was für ein Schreck so früh auf dieser Reise! Doch die Kamera (Canon PowerShot G12) übersteht diesen Sturz erstaunlich gut, kein Schaden am Gehäuse und die Fotos sind noch immer gut! Das macht sicherlich nicht jede Kamera mit.

Als wir mit dem Bus starten und die ersten Meter rund um den großen Platz fahren, ertönen hinter uns laute Autohupen. Denn es ist hier Brauch, junge Mädchen zum 16.(?) Geburtstag in offenen Cabrios um den Platz zu fahren, sozusagen als Start ins Fast-Erwachsenenleben. Das Mädchen und alle anderen ganz toll herausgeputzt und in Festtagslaune. So ein Aufzug war also hinter unserem Bus. Für uns leider unsichtbar, weil unser Bus hinten kein Fenster hat, schade.

Weiter geht es mit dem Bus über schlechte Straßen. Wir sehen ganz wenige Autos (und wenn, dann russische oder amerikanische Oldtimer), einige Pferdekutschen, Fahrräder und Ochsenkarren. So gibt es ausreichend Platz, den Schlaglöchern auszuweichen. Unser Fahrer Javier fährt sehr vorsichtig und langsam. Der Bus ist ein chinesisches Fabrikat namens Yutong, ganz wenig Motorleistung und schlechte Federung.

Wir halten mal an einem Obststand und später an einem Pizzastand (gefaltete Teigtaschen mit Käse, frisch und gut).

Weiter lange über rote Schotterpisten durch eine Einöde, vermutlich ein ehemaliger Tagebau für Nickel, immer langsam aufwärts, auf ca. 600 m Höhe. Wir stoppen an einer Forschungsstation in einem großen Blockhaus, gehen dort aufs Klo und beginnen eine erste kleinere Wanderung von dort aus.

Wir wandern ca. 1,5 Stunden zu einem kleineren Wasserfall. Der Weg ist spannend, durch den Wald, viele Pflanzen, z.B. Bromelien sind zu bestaunen. Man muss aber aufpassen beim Laufen, denn es gibt viele größere Steine und Wurzeln. Außerdem ist unser Tempo recht zügig, sodass für die Pflanzen doch nicht so viel Zeit ist. Der Marsch ist aber prima zum Akklimatisieren!

Nun noch ins Hotel "Villa Pinares de Mayarí", am besten vor Einbruch der Dunkelheit, was wir gut schaffen. Nach dem Begrüßungscocktail im groß angelegten Restaurant beziehen wir die großen Zimmer (leider etwas muffig, ansonsten sehr schön und großzügig, liebevoll gefaltete Decken mit Neujahrsgruß) in einzeln stehenden Blockhäusern, ähnlich wie die besichtigte Forschungsstation. Wir erfahren von Julio, dass Fidel Castro diese Hütten auf einer Auslandsreise in Russland sah und sie in Kuba nachbauen ließ. Überhaupt ist die riesige Hotelanlage (wir sind nahezu die einzigen Gäste) vor allem für die kubanischen Bonzen 1973 gebaut worden. Es gibt jede Art von Sportplatz, einen Pool. Aber alles hatte schon bessere Tage gesehen und jetzt sieht die Anlage etwas verloren aus, auch wegen der enormen Größe. Die Lage ist auch nicht optimal. Man findet das Hotel praktisch nicht, wenn man nicht weiß, wo es liegt. Aufgrund der sehr schlechten Wege dorthin ist es auch schwierig mit einem normalen PKW, z.B. als Mietwagen hierher zu gelangen. Man bräuchte schon einen etwas höher gelegten SUV.

Gegen 18:00 Uhr gehe ich an die Bar und bitte zuerst um Abstellen der extrem lauten Musik. Der Hotelbesitzer(?) sitzt dort, trinkt, schaut DVD auf einem mobilen Gerät und hört gleichzeitig laute Musik. Etwas ruhiger begutachte ich den Billardtisch und wir spielen noch gemeinsam bis zum Abendessen. Es gibt dazu Bier, diesmal das einheimische Bucanero Fuerte. Nicht so gut wie das Cristal am ersten Abend, aber beides absolut OK. Beides kommt aus derselben Brauerei in Hoguin, wo auch noch die Biermarke Mayabe und das Malzbier Malta gebraut wird.

Wir essen gegen 19:00 Uhr, es gibt erst Suppe, dann Reis+Fleisch (Rind oder Schwein), dazu Pommes aus Süßkartoffeln. Als Nachtisch Flan und Früchte. Julio erklärt uns, dass normalen Kubanern das Essen von Rindfleisch verboten ist. Denn die Rinder sollen Milch geben, sonst nichts. Es gibt weitere Verbote bzgl. Garnelen/Krabben sowie Hummer. Der Sinn wird uns verborgen bleiben. Und obwohl Kuba eine Insel ist, essen Kubaner praktisch nie Fisch. Er ist zu teuer. Der Schwarzmarkt dafür blüht natürlich.

Gegen 22:00 Uhr sind wir im Bett, ich habe einiges an Schlaf nachzuholen.

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Kreuz über Holguín auf dem Loma de la Cruz
Straßenszene in Holguín
Auf dem Weg zum Wasserfall
Auf dem Weg zum Wasserfall
Der Wasserfall
Zimmerdekoration in der Villa Pinares de Mayarí