Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 17

Wanderung im Nationalpark "Soberania" auf dem "Camino de Cruces"

Heute beginnt unsere letzte große Wanderung, und das recht früh, damit wir wenigstens zum Anfang etwas Kühle haben. Es gibt kein Frühstück im Hotel, dafür aber Frühstückspäckchen. Auf der Fahrt halten wir noch an einer kleinen Bäckerei und trinken einen Kaffee, damit wir wenigstens ein bisschen Frühstücksfeeling haben. Die Päckchen essen wir größtenteils im Bus auf der Fahrt.

Am Eingang des Nationalparks „Soberania“ sollen wir noch einen Guide mitnehmen, der uns begleitet, aber es zeigt sich niemand, alles ist verschlossen. Also fahren wir alleine weiter.

Wir begehen heute einen Teil des „Camino de Cruces“, den Weg der Kreuze. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden hier die geplünderten Schätze der Indianer von der Pazifikküste an die Atlantikküste geschleppt, um sie dann nach Europa zu verschiffen. Viele der Sklaven kamen dabei ums Leben, deswegen auch „Weg der Kreuze“. Aber auch später wurde das Gold des Goldrauschs in Kalifornien auf diesem Weg an die Atlantikküste geschleppt. Der Weg wurde teilweise sogar gepflastert, dennoch ist er manchmal kaum zu erkennen, weil er nur wenig begangen wird und die Natur alles in unglaublicher Geschwindigkeit wieder überwuchert. Oft übersteigen wir umgefallene Bäume. Manchmal müssen wir auch Umwege laufen, weil einfach kein Durchkommen mehr ist.

Mittagspause machen wir oberhalb eines kleinen Wasserfalls in einem halb trockenen Flussbett.

Immer weiter geht es auf dem Weg, wir schwitzen wieder enorm, sehen aber auch kleine, aber schöne Tiere trotz deren Drang, sich zu tarnen. Unter anderem beobachten wir immer wieder den schönsten Schmetterling, den es (meiner Meinung nach) überhaupt gibt, den blauen Morpho. Er ist riesig groß, die Flügelspannweite ist sicher 20 cm. Man sieht ihn aber nur im Fluge, denn wenn er sitzt, hat er stets die Flügel zusammengefaltet, die auf der Unterseite braun sind. Die Oberseite hat jedoch keinen blauben Farbstoff, sondern absorbiert lediglich alle Farben außer Blau. Vorsicht: Alle Fotos von sitzenden Morphos mit ausgebreiteten Flügeln zeigen tote(!) Morphos!

Gegen 14:00 Uhr sind wir am Ziel, unser Busfahrer erwartet uns schon. Keine Minute zu früh, denn kurz darauf fängt es sehr stark an zu regnen. Wie wir lernen und später auch selbst sehen, gibt es diesen Regen sehr oft um die gleiche Zeit am frühen Nachmittag. Die letzten beiden Stunden wurde es dazu auch immer schwüler. Wir fahren im Regen zum Hotel, duschen und machen unabhängig voneinander noch Spaziergänge durch die Stadt. Um uns herum sind viele Geschäfte, es gibt viel zu sehen, wenn es auch eigentlich eine ganz normale Großstadt ist. Natürlich merkt man das südamerikanische Flair, dennoch ist vieles wie in Europa. Alle paar Sekunden wird man von Taxis angehupt und zum einsteigen aufgefordert, weil wir eben meilenweit als Touristen erkennbar sind.

Abends essen wir bei einem Mexikaner, wieder arbeitet die Klimaanlage wie wild, die Portionen sind riesig. Wie immer Chaos beim Bezahlen, aber irgendwie werden wir ja dann doch das Geld los. In Panama bezahlt man übrigens immer mit US-Dollar. Es gibt zwar eine einheimische Währung, den Balboa, aber der ist 1:1 zum Dollar, die Münzen sind ebenfalls kompatibel und in den USA gültig. So etwas kenne ich ja auch schon aus Ecuador.

Am Abend stehen wir wieder auf meinem Balkon, trinken Bier und tratschen.

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Ein Schmetterling, getarnt
Am Camino de Cruces
Ein kleine Eidechse
Noch ein Schmetterling
Eine sehr wehrhafte Raupe