Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 10

Bootstour und Fahrt zur Corcovado Tent Camp Lodge, Regenwaldwanderung

Wir checken früh aus der Lodge aus, um das Taxiboot über den Golfo Dulce nach Porto Jimenez nicht zu verpassen. Aber Eile ist nicht vonnöten, denn in Costa Rica gehen die Uhren langsamer. Wir warten also noch ca. 30 Minuten auf das Boot, nachdem unser Reiseleiter eifrig mit dem Handy telefonierte und sich versicherte, dass die Organisation funktioniert. Europäische Handys, auch Triband-Handys, funktionieren in Costa Rica nicht, da praktisch keiner der europäischen Provider Roaming-Verträge mit costaricanischen Providern hat. Mit einem einheimischen Handy geht aber alles prima.

Auf dem nahezu wellenlosen Golfo Dulce ist es herrlich. Ein laues Lüftchen über dem warmen Wasser, so halten wir nach Delfinen Ausschau, die sich aber leider nicht zeigen. Kurve um Kurve zieht das Boot, aber nichts zu sehen. Plötzlich springt etwas aus dem Wasser, und es ist ein Rochen! Springen Rochen? Jedenfalls hier schon. Wenig später sehen wir von Ferne noch eine recht große Wasserschildkröte, die ich sogar fotografieren kann.

In Puerto Jiménez, einem Drecknest sondergleichen, besteigen wir zwei knallrote Taxi-Geländewagen, die uns nach Carate bringen sollen. Für die Strecke von ca. 42 Kilometern brauchen wir satte 2 Stunden. Die "Straße" ist ein Weg mit riesigen Schlaglöchern, Furten, Schlammlöchern und so weiter. Schrittgeschwindigkeit ist für viele Teilstrecken zu schnell. Die Autos sind klimatisiert, aber zu dritt auf der Rückbank ist es doch eng. Aber dank der langsamen Fahrt sehen wir am Straßenrand einiges vom Lande, auch einen großen, leuchtendgrünen Gekko. Nach dem Fotografieren rennt er nur auf den Hinterbeinen ins Gebüsch.

In Carate, welches aus drei Häusern und dem "Aerodromo Carate", also einer größeren Wiese ohne Bäume, besteht, laden wir unser Gepäck auf Pferdewagen um und wandern hinter dem Wagen her den Strand entlang zu unserem nächsten Hotel, welches nur über diesen Weg erreichbar ist, der Corcovado Tent Camp Lodge. Nach ca. 45 Minuten Fußweg sind wir da, auf dem Weg sehen wir ganz toll, wie Pelikane nur wenige Zentimeter über den Wogen der Brandung fliegen und nach Fischen suchen. Ab und zu steigen sie kurz hoch, stürzen sich in die Fluten und fangen auch meistens etwas. Der Strand ist aus dunklem, fast schwarzem Sand, sehr schön. Die Lodge hat Zelte ganz nah am Strand, es sind sicherlich nur etwa 50 Meter bis zum Wasser. Sie stehen allerdings ein paar Meter höher auf einer Wiese. Noch weiter oben am Hang sind die Lodgegebäude und die Duschen etc. Wir bekommen Plätze in der ersten Zeltreihe, die Zelte sind sehr schön, die Betten mit Hibiskusblüten geschmückt und sehr sauber. Strom gibt es in den Zelten gar nicht und in den Lodgegebäuden nur morgens und abends dann von 17:00 bis 21:00 Uhr. Dann tuckert hinten im Wald ein riesiges Dieselaggregat.

Das Mittagessen ist sehr gut, vor allem das Dessert schmeckt mir sehr gut, eine sehr fettige, gekühlte Schokocreme, die von den meisten verschmäht wird. So esse ich gleich mehrere von diesen Teilen, begleitet vom Kopfschütteln der Gruppe.

Nachmittag unternehmen die Fleißigen von uns noch eine Wanderung im Wald hinter der Lodge, es geht recht steil aufwärts. Dafür treffen wir bald auf eine Beobachtungsplattform , von der man einen schönen Blick über das Wasser hat. Es hängen sogar Hängematten dort zum Relaxen. Es ist auch nicht zu warm, wir sehen wieder tolle Bäume und ich lerne endlich mal den Unterschied zwischen Lianen, Luftwurzeln und Würgefeigen. Lianen wachsen von unten nach oben und sind recht knorrig. Luftwurzeln hängen von oben nach unten und sind ziemlich glatt. Die Triebe der Würgefeige ranken an Stämmen anderer Bäume hoch, werden immer dicker und erdrücken den Baum irgendwann, sodass später nur noch die Würgefeige als Baum erkennbar ist, der Wirtsbaum aber schon lange verschwunden ist. Z.B. sehen wir eine riesige Würgefeige, die sicherlich 3 Meter Durchmesser hat.

Beim Abendessen müssen wir uns in Geduld üben, da das Essen immer stückweise serviert wird. Mal etwas Gemüse, dann mal Reis, dann mal was andres. Wir essen alles sofort und warten nicht lange, denn alle haben großen Hunger.

In der Bar trinken wir dann mal zur Abwechslung leckere Cocktails, der Barkeeper ist ein Profi und spendiert uns sogar einen Rest "Spider Monkey" aus dem Mixer, der bei einem anderen Gast übrig blieb. Dabei regnet es draußen in Strömen und in mancher Leute Wanderschuhe, die nicht unter dem Zeltdach standen...

Nach 21:00 gibt es nur noch Kerzenlicht, was aber gerade im Dschungel sehr gemütlich ist. Auch in den Zelten wirken die Kerzen ganz toll.

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Auf dem Golfo Dulce
Eine Meeresschildkröte
Ein grüner Leguan
Aerodromo Carate
Auf dem Wege zum Corcovado Tent Camp
Pelikan auf der Jagd
Mein Zelt
Eine riesige Würgefeige
Sonnenuntergang am Pazifik