Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 8

Reittour und Wanderung zur Golfo Dulce Lodge

Wir checken sehr früh aus unserer schönen Lodge aus. Dazu geben wir unser Gepäck an der Rezeption ab, weil es mit Auto und Boot zu unserer sehr abgelegenen nächsten Behausung gebracht wird. Zum Glück ist die Wäsche, die ich gestern abgab, auch rechtzeitig fertig geworden.

Die nächste Lodge ist die "Golfo Dulce Lodge" und ist nur über den Wasserweg auf dem Golfo Dulce oder aber über einen Wanderweg erreichbar, den wir heute beschreiten. Um die Strapazen in Grenzen zu halten, reiten wir das erste Stück des Weges mit Pferden, was für einige eine Premiere und für wieder andere eine schlimme Sache ist, weil sie Pferde nicht mögen. Aber es geht, bis auf kleinere Problemchen recht gut, die Pferde sind meist sehr gutmütig, wenn auch manchmal etwas stur. Meines z.B. ist zwar lieb, aber völlig verfressen und frisst während(!) des Laufens permanent Gras, Büsche und Bäume ab. Stoppt es mal, geht es fröhlich so weiter. Der Weg ist jedoch auch für Pferde schwierig, manchmal geht es steil bergab oder bergauf bei viel Schlamm, an anderer Stelle ist es sehr steinig, z.B. folgen wir einige Zeit dem trockenen Lauf eines Flusses und überqueren auch einige mehr oder minder tiefe Furten. Hier hätten wir heute sicherlich 7 oder 8 Mal unsere Schuhe aus- und wieder anziehen müssen. Einmal fällt mein Pferd völlig überraschend in einen Trab, ich werde mächtig geschüttelt, bleibe aber oben und in einem Stück.

Nach etwa 1,5 Stunden steigen wir ab und wandern auf eigenen Füßen noch mal ca. 4,5 Stunden im Dschungel. Selten haben wir so geschwitzt wie heute. Es ist sehr schwül, sehr warm und sehr anstrengend. Wir trinken und essen unterwegs relativ viel, haben auch genügend Proviant dabei.

Wir kommen kurz nach Mittag in der Lodge an und sind erschöpft. Der Nachmittag ist zum Glück zum Faulenzen da. Die Zimmer sind eigentlich jeweils eine Hütte für sich, riesig groß und sehr schön. Die Zimmer haben keine Nummern, sondern sind nach Vögeln benannt, die dann als Schnitzerei die Tür verzieren und auf dem Schlüsselanhänger aufgemalt sind. Außerdem ist dann das ganze Zimmer entsprechend gestaltet. Ich habe das Tukan-Zimmer, also habe ich einen Tukan auf der Tür, am Schlüssel, auf den Gardinen etc.

Der Geräuschpegel ist hoch, denn unter fast jedem Dach nisten Heerscharen von Fledermäusen, die entsprechend Krach machen (Update September 2008: Aus einer Nachricht von Gästen erfahre ich, dass anscheinend die Fledermäuse zurück in den Dschungel umgezogen sind, also ist jetzt alles ruhiger). Strom wird mit Hilfe einer Wasserturbine in einem Bach erzeugt. Die Hotelchefin Esther, eine Schweizerin, erklärt mir, dass es immer wieder technische Probleme mit der Turbine gibt, die Made in Costa Rica und damit sehr preiswert, aber eben auch qualitativ relativ schlecht ist. Zur Zeit soll sie nur 5 kW von eigentlich möglichen 12 kW erzeugen. Strom sparen ist angesagt!

Das Essen ist wirklich exzellent, wir fühlen uns wohl und sitzen abends noch unterm Weihnachtsbaum und beobachten am Pool Kröten und Frösche. Einer der Frösche springt erst an mein Hosenbein, ich nehme ihn mit in den Essensraum. Von dort auf die Couch und nach einer Weile auf deren Lehne springt er in den Weihnachtsbaum und verharrt zwischen den Zweigen stundenlang und regungslos. Die Saugnäpfe an seinen Gliedmaßen eignen sich für solche Dinge wunderbar.

Gegen 22:00 fallen wir alle todmüde ins Bett, schlafen aber vor allem wegen der Fledermäuse nicht besonders gut.

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Ein Pferd steht quer!
Mein verfressener Gaul
Tolle Pflanzen!
Ein Tukan
Mein Tukan-Zimmer
Unser Weihnachtsfrosch