Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 4

Fahrt und Wanderung nach Quepos

Es geht wieder früh raus, dann frühstücken und 8:00 Uhr mit dem Bus ca. 2 Stunden Fahrt zum Startpunkt unserer nächsten Wanderung in ca. 1.200 Meter Höhe mitten im Nebelwald. Wir treffen dort Doris, eine andere Reiseleiterin von ARA Tours, mit einem geländegängigen Begleitfahrzeug. Wir geben bei ihr unsere Lunchpakete vom Hotel ab, weil wir sie spätestens zu Mittagessen wieder treffen werden. Sie fährt stückweise voraus, denn die heutige Wanderung wird sehr anstrengend, wir wandern auf einem breiten Fuhrweg ca. 1.000 Höhenmeter und 19 Kilometer lang nur abwärts, also die ganze Zeit keine Erholung für die Gelenke.

Später wird sie uns dann den Rest des Weges zum Bus fahren.

Wir wandern erst durch nebligen Wald und malerische Kaffeeplantagen. Zwischen den Kaffeesträuchern wachsen als Schattenspender Bananenstauden, auch "Kaffeemütter" genannt. Die Landschaft sieht etwas schweizerisch oder auch schwarzwälderisch aus mit der Abwechslung von Landwirtschaft und Wald. Es ist die ganze Zeit recht warm, was uns nach unserer kalten Zeit in der Savegre Lodge gut gefällt.

Mittags gibt es ein Picknick an Doris' Auto, wir sind immer noch recht hoch, es ist warm und neblig. Dann weiter stetig bergab, es ist sehr anstrengend und wir machen öfters Rast. Wir sehen das erste Mal Blattschneideameisen, die auf breiten Ameisenstraßen viele Blattabschnitte über sich tragen, die stets viel größer sind, als die Ameise selbst. Diese fleißigen Kameraden werden wir in Costa Rica und auch Panama noch sehr, sehr oft sehen. An einem Hang bestaunen wir einen kanonenkugelähnlichen, runden Stein, der aus mehreren dünnen Schichten entsteht. Wir lernen, dass das ein Stein aus einem Vulkan ist, der beim Herunterollen noch klebrig war und dadurch viele Schichten Sand aufsammelte, quasi wie ein Schneeball für einen Schneemann. Wir sehen diese Schichten jetzt von ihm abblättern.

Nach mehreren Rasten kommen wir auf etwa 300 Metern Höhe an. Wir haben 18 Kilometer hinter uns und sind ziemlich schlapp. Die erste Gruppe fährt mit Doris zum Bus, ich wandere mit der zweiten Gruppe einen weiteren Kilometer weiter. Wir durchqueren noch barfuß eine Flussfurt und treffen kurz darauf Doris, die uns mitnimmt. Durch die Wärme und unsere guten Wanderschuhe sind unsere Füße auch ohne Handtuch sehr bald trocken.

Genau zu Sonnenuntergang fahren wir mit dem Bus los zum nächsten Hotel nach Quepos, es sind schreckliche "Straßen", die quer durch dichte Palmöl-Plantagen führen. Unser Fahrer fährt die ganze Zeit ohne Licht, obwohl es schon seit einer Weile stockdunkel ist. Erst kurz vor der Stadt schaltet er das Licht an, nach Aussage unseres Reiseleiters genau wie das ewig lange Laufenlassen des Motors im Stand eine Marotte costaricanischer Autofahrer.

Endlich im "Hotel Rancho Casa Grande" finden wir riesige Zimmer mit sicherlich je 40 m2, dazu ein ebenso riesiges Bad. Unsere Kofferinhalte sind vollkommen klamm und eiskalt aus dem letzten Hotel, wir freuen uns über die Wärme und gehen frohgemut zum Abendessen. Vorher wasche ich schnell noch ein paar T-Shirts. Wer weiß, wann ich das nächste Mal dazu komme. Nach dem guten Essen sitzen wir noch einige Zeit am Hotelpool und trinken Bier. Es ist ganz still, weil wir wohl die einzigen Gäste in der riesigen Hotelanlage sind.

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Kaffeeplantagen, soweit das Auge reicht
Reife Kaffeekirschen
Landschaft wie im Schwarzwald!
Nebelwald mit Baumfarnen
Die "Kanonenkugel" aus Stein
Schöne Blüten von Heliconien