Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 2

Cartago, Fahrt und Wanderung zur Savegre Lodge

Dank innerer Uhr bin ich 3:30 wach. Ich lese die uns vom Reiseleiter gestern übergebenen Hotelprospekte für die nächsten Tage, schaue CNN und döse bis zum Frühstück.

Wie von Reiseleiter Hans gestern schon angekündigt, gibt es zum Frühstück "Gallo Pinto" ("Bunter Hahn"), eine Mischung aus Reis und schwarzen Bohnen. Sehr lecker, aber ungewohnt zum Frühstück. Dazu gebratene Würstchen oder Rührei. Ich esse "vorurteilslos" Toast und Müsli.

Dann geht es schon mit dem Bus los nach Cartago, der alten Hauptstadt von Costa Rica. Vorher begrüßten wir unseren Reiseleiter Lars und unseren Fahrer für die nächsten Tage, Edgar. Lars ist Deutscher und promovierter Biologe, Edgar dagegen ein Tico, also Einheimischer. Diese haben eine Vorliebe für deutsche Vornamen, wie wir u.a. auf Wahlplakaten und auch im täglichen Leben immer wieder erfahren.

Wir besichtigen in Cartago die Basílica de Nuestra Senora de los Ángeles, eine Kirche, deren vergoldete Altarfigur La Negrita für ihre Wunderheilungen bekannt ist. Einheimische bewegen sich auf Knien den langen Weg von der Eingangstür bis zum Altar und beten dabei. In einer Seitenkapelle bestaunen wir dann Schaukästen voller Zinnfigürchen ("promesas") in Form aller möglichen Körperteile und Organe als Dank für eine erfolgte Heilung und als Schutz vor weiteren Schäden. So sehen wir hier z.B. auch Schiffsmodelle u.a., für die der Schutz wirken soll.

Ich hebe noch mal Geld am Automaten mit der EC-Karte ab, diesmal aber die einheimische Währung Colón, da mit Dollar doch nicht immer bezahlt werden kann und wenn, dann zu einem schlechten Kurs. Der Kurs zum Dollar liegt bei etwa 1:500, sodass das Rechnen recht einfach ist.

Wir fahren noch ein Stück auf der Panamericana und wandern ein Stück zu einem Aussichtspunkt, doch wir bewegen uns dabei inmitten einer Wolke, sodass wir nichts sehen, dabei aber sehr nass werden. Außerdem ist es nicht sehr warm. So tröstet uns auch nicht sehr, dass man von diesem Aussichtspunkt eigentlich bei gutem Wetter beide Ozeane, also den Pazifik und die Karibik sehen könnten.

Weiter geht es bis zu einer Kneipe, sieht aber eher aus wie eine Betriebsmensa, also eine Essensausgabe mit Selbstbedienung. Das Essen ist sehr gut, es gibt leckere Suppen, Tortillas und sogar Rote-Beete-Salat (den ich natürlich sofort bestelle) für nur $ 2.

Zurück auf der Panamericana durchqueren wir das Bergland von Costa Rica und bemerken den Unterschied zwischen der Ost- und Westseite der Berge. Die Ostseite ist neblig und feucht durch die Karibik-Luft, die Westseite dagegen sonnig und warm. Wir sehen am Straßenrand einen verunglückten Truck, der von der Straße abkam, sich überschlug und eine Böschung hinabrollte. Retter waren bereits zur Stelle, die Bergung des verkeilten Sattelaufliegers wird sicherlich nicht einfach. Verkehrsunfälle gibt es wohl sehr oft in Costa Rica, ca. 10 Tote pro Tag sagt uns der Reiseleiter.

Der Rest des Weges zu unserem Hotel führt eine sehr steile und enge Straße hinab in eine Schlucht. Wir steigen aus und wandern noch etwa 1 oder 2 Kilometer, bewundern die tolle Landschaft und lassen uns die ungewohnt heftige Sonne auf den Pelz scheinen. Ab heute sind zumindest Hüte für jeden Pflicht! Gegen 16:30 Uhr sind wir in der Savegre Lodge und checken ein. Die Zimmer sind recht malerisch gelegen und auf dem Lampenschirm aus Korbgeflecht der Lampe auf meiner kleinen Terrasse hat sich ein Kolibri ein Nest gebaut und brütet dort gerade. Ich versuche ein paar Fotos, was nicht ganz einfach ist. An heruntergefallenen Eierschalen sehe ich, dass die Eier nur so groß wie eine Erbse sind!

Abendessen gegen 19:00 Uhr, es gibt Buffet und alles ist sehr lecker. Allerdings ist Vieles schon alle, denn eine gefräßige Gruppe Amerikaner ist mit uns im Hotel. Nach dem Essen sitzen wir noch eine Weile am Kamin und tratschen, denn irgendwie ist uns allen etwas kühl. Dazu trinken wir natürlich "Imperial", das schmeckt wirklich gut, auch wenn es hier immer etwas zu kalt serviert wird.

Die Zimmer sind ähnlich kalt wie das Bier, wie wir jetzt bemerken. Auf den Fliesen kann man barfuß nicht laufen. Es gibt zwar einen kleinen Heizlüfter, der schafft es aber nicht, den Raum gut zu erwärmen. So ist das Bett der einzig warme Platz, den wir finden.

Wir beschließen noch, morgen vor(!) dem Frühstück von 7 bis 8 auf Vogelbeobachtungstour zu gehen und nach dem Quetztal zu suchen. Er gilt als schönster Vogel hier in der Region und war bei den Mayas heilig.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Basílica de Nuestra Senora de los Ángeles
Basílica de Nuestra Senora de los Ángeles
Ausblick auf Pazifikseite
Nebel im Hochwald auf Atlantikseite
"Mein" Kolibri im Nest