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Chile 2004/2005 - Tag 17

Stadttag Puerto Varas, Osorno-Vulkan

Heute Vormittag haben wir frei, deswegen spät aufstehen und spät frühstücken. Eigentlich war ein fakultatives Rafting angesetzt, aber keiner aus unserer Gruppe wollte mitmachen. Das Frühstück ist köstlich, es gibt frisch getoastetes Brot, frische Früchte und dazu Manjar, eine Milch-Creme (eingekochte Kondensmilch), die es in Chile in jedem Laden in allen Formen gibt, auch eine Variante von Nestlé. Ich finde sie köstlich und werde bestimmt eine Dose mit nach Hause nehmen.

Dann gehe ich noch in den Supermarkt und kaufe ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage, auch eben eine Dose Manjar. Dazu die obligatorischen Kekse, denn auch in diesem Supermarkt gibt es außer Brötchen und Toastbrot kein richtiges Brot. Und ich kaufe Wasser und Chorizo-Wurst. Dann suche ich noch einen Gürtel, weil ich meinen eigenen irgendwie vermisse. Das Städtchen ist sehr nett, ich finde auch die Post und werfe Ansichtskarten nach Deutschland ein. Unterwegs treffe ich meinen Kabinengenossen vom Schiff, er hat meinen Gürtel irrtümlicherweise eingepackt. Gegen 11:00 zurück ins Hotel, denn bis 12:00 müssen wir ausgecheckt haben. Meine gewaschene Wäsche ist pünktlich fertig, wenn der Service auch nicht ganz billig war.

14:00 Uhr geht es los zum Osorno, am Ende wieder katastrophale Straßen, unser Busfahrer verlangt dem Bus auch das Letzte ab und kennt kein Erbarmen. Die lauschige Berghütte "Refugio Teski Club" in 1200 Meter Höhe ist an der Baumgrenze, darüber nur blanke Lavafelder. Wir sind die einzigen in der Hütte, kein anderer Gast. Sehr schön für uns, denn so bekommen alle Einzelzimmer, die das wollen oder Doppelzimmer. Die Wirtsleute sind sehr nett, wir bestellen Abendessen a la carte und selbstgemachten Himbeerkuchen, den uns die Wirtin vorab stolz präsentiert. Unsere Betten sind Doppel- oder sogar Dreistockbetten. Es gibt in der Hütte drei Kamine und Sitzecken. Heute sind aber nur 2 Kamine an.

Dann geht es los auf die Lavafelder, das Wetter ist mäßig, der Wind ist sehr stark. Steil aufwärts geht es, immerzu nach unten ein wunderbarer Blick auf den Llanquihue-See, oben sehen wir die Wolkengrenze und Fetzen davon auf uns zufliegen. Der Wind wird immer stärker, manchmal können wir kaum noch laufen. Entgegen der Ankündigung unseres Reiseleiters ("leichter Spaziergang") habe ich die volle Ausrüstung (Regenjacke, Regenhose, Pullover, Stöcke) wie viele anderen auch dabei und bin sehr froh darüber. Wir wandern entlang eines toten Skilifts, eine Bauruine und Fehlplanung. Denn im Winter liegt unter dem Lift wegen des Windes kein Schnee, auch drehen sich die Seile im Sturm und werfen die Gondeln ab. Nebenan etwa 100 m weiter steht ein neuer Lift, der auch funktioniert.

Wegen des Windes und herunterfallender Wolken brechen wir die Wanderung (eigentlich zu spät) nach einigen Diskussionen, bei denen unser Reiseleiter nicht sehr oft zu Wort kommt, ab und gehen in zwei Gruppen und teilweise auf verschiedenen Wegen schnell abwärts. Als wir alle im Trockenen sind, bricht draußen das Unwetter los, Regen, Graupel, Sturm. Bloß gut, dass wir den Abbruch entschieden. Wir sitzen im Warmen, essen gut, schwatzen und spielen Personen raten bis 23:00 Uhr am lodernden Kamin.

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Oben an der Osorno-Südflanke
Blick nach unten ins Helle
Günstige Immobilienpreise auch am Osorno!
Der Llanquihue-See sonnig, wir derweil genau an der Wolkengrenze