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Chile 2004/2005 - Tag 8

Nationalpark "Torres del Paine", Wanderung zum "Glacier Grey"

Wir fahren 8:30 Uhr vom Hotel ab, ich hebe vorsichtshalber noch einmal Pesos an einem Bankautomat ab und halte dabei etwas die Gruppe auf, denn erst der zweite Versuch ist erfolgreich...

Dann ca. 1,5 Stunden Fahrt in den Nationalpark "Torres del Paine" und Ankunft an der Anlegestelle eines Schiffes am "Lago Pehoe". Der Katamaran bringt uns auf die andere Seite zum "Refugio Pehoe", wo wir eine Nacht verbringen werden. Der See ist smaragdgrün und zwar so extrem, dass es regelrecht unnatürlich aussieht. Darauf weiße Schaumkronen vom recht starken Wind.

Wir fahren mit dem Schiff ca. 30 Minuten, es gibt kostenlos heiße Schokolade oder Kaffee. Eine Weile sitze ich unten im Warmen und schwatze, danach gehe ich mal oben auf Deck, wo es sehr stürmisch ist. Aber auch eindrucksvoll, wir haben phantastisches Wetter, fast wolkenlose Berge ringsum und dazu das smaragdgrüne Wasser!

Das Refugio ist sehr modern und ganz neu, es gibt 6-Mann-Zimmer. Wir ziehen ein, dann geht es auch schon los zu einer Nachmittagswanderung zu einem Aussichtspunkt, wo man den großen Grey-Gletscher sehen kann. Die Wanderung ist mittelmäßig anstrengend, unterwegs treffen wir professionelle chilenische Träger, die mit riesigen Lasten den Weg praktisch im Dauerlauf bewältigen. Am Aussichtspunkt angekommen, sehen wir den Gletscher vor uns, von ihm weht ein sehr starker und eisig kalter Wind. Wir machen ein paar Fotos und schauen uns um, dann verkriechen wir uns hinter ein paar Felsen und machen Picknick. Die Felsen sind von der Sonne angewärmt, sodass wir es gut aushalten. An den Felsen um den Gletscher herum sieht man, dass dessen Ausdehnung in letzter Zeit stark zurückgegangen ist, sicherlich um 30-50%. Aber er ist immer noch beeindruckend. Im Gletschersee davor schwimmen einige abgebrochene Eisschollen, einige davon mit unnatürlich blauer Farbe, hervorgerufen von Lufteinschlüssen und der damit verbundenen Lichtbrechung.

Wir wandern zurück fast nur abwärts, zum Glück habe ich diesmal meine Wanderstöcke dabei. Obwohl ich damit kaum Übung hatte, geht es doch sehr gut und ich entlaste meine Knie recht wirksam. Wir sind gegen 18:30 Uhr zurück im Refugio und ziemlich fertig, auch durch den starken Wind und die Sonne, die uns fast den ganzen Weg begleitete. Mein Hut aus den Atacama leistet weiterhin hervorragende Dienste.
Das Essen in der Refugio-Kantine ist ziemlich schlecht, es gibt Kartoffelbrei (mit Patex-Konsistenz) und Hähnchen-Schenkel. Na ja. Dazu Büchsenbier. Beim Bezahlen mit US-Dollar spart man gegenüber den Peso-Preisen bis zu 30%, also machen wir das doch! Aber wenn man das Bier in der Kantine kauft und will sich dann damit ins Sofa an der Bar setzen, darf man das nicht! Nein, man hätte das Bier dafür auch an der Bar kaufen müssen...
Dennoch schwatzen wir noch eine Weile in der Kantine und freuen uns wieder, dass es so lange hell bleibt. Schließlich ist für uns Europäer ja immer noch Winter!

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Dem Ziel so nah - Das Torres-Bergmassiv
Noch näher, ohne Wolken!
Auf dem Katamaran zum Refugio Pehoe
Blick aus dem Refugio Pehoe
Auf dem Weg zum Gletscher
Impression aus Patagonien
Der Gletschersee des Grey-Gletschers
Der Grey-Gletscher