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Chile 2004/2005 - Tag 5

Geysire "Geiser el Tatio", San Pedro de Atacama

4:00 Uhr aufstehen, 4:30 Uhr Abfahrt zu den Tatio-Geysiren (Géiser El Tátio). Wir sollen uns sehr warm anziehen, sagt Jenny, was wir bei der Abfahrt in San Pedro bei ca. 15° C nicht so richtig verstehen. Auf der 80 km langen Fahrt über höllische Schotterpisten geht uns dann langsam ein Licht auf. Zwischen der Wackelei in der Dunkelheit des Busses bemerken wir, wie langsam die Scheiben beschlagen und nach ca. 2 Stunden Fahrt die beschlagene Feuchtigkeit innen an den Scheiben gefriert. Kurz vor Sonnenaufgang sind wir da und steigen aus dem Bus. Nach den heißen Tagen in der Wüste ist die Kälte ein echter Schock, es sind sicherlich -5° C oder weniger. Wir ziehen Handschuhe an und sehen, wie die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Bergen einen Talkessel erleuchten, in dem Hunderte Geysire unterschiedlicher Größe vor sich hin gurgeln. In der kalten Luft bilden sich über den Geysiren große Dampfwolken. Es gluggert und gurgelt und brodelt und dampft und riecht nach Schwefel. Zahlreiche Busse sind da mit Touristen, einige Wahnsinnige haben sogar neben den Geysiren im Zelt übernachtet. Jenny serviert Koka-Tee und Kuchen und belegte Brötchen als Frühstück, welches wir alles dankbar annehmen. Wir sind jetzt etwa auf 4300 Meter Höhe, sodass die meisten von uns Aspirin als Blutverdünner genommen haben, um den Problemen der Höhe zu entgehen. Dennoch sind wir etwas atemlos beim Laufen, da wir ja mit Hilfe unseres Busses sehr schnell "aufgestiegen" sind.

Wir fotografieren sehr viel, bis die Sonne die Luft so weit erwärmt hat, dass die Dampfwolken immer dünner werden und teilweise ganz verschwinden. Wir verlassen den Talkessel und fahren etwas weiter zu einem Schwimmbecken und einem sehr großen Geysir daneben, der schon mehrere Todesopfer forderte, weil Leute sich zu nah heran wagten, die dünne Kruste um den Geysir einbrach und sie in das heiße Wasser fielen. Rettung unmöglich.
Einige Einheimische baden im Schwimmbecken, zwei Damen unserer Reisegruppe wagen sich mit den Füßen in das ca. 30° C warme Wasser.

Auf der Heimfahrt über die furchtbare Schotterpiste, die wir nun bei Lichte sehen und um unseren Bus fürchten, der kräftig was einstecken muss, machen wir einen kurzen Fotostopp in der Wüste an Kakteen, ich stibitze mir einen kleinen Kaktus, der hier als Kissen wächst und (irrtümlich) "Schwiegermuttersitz" genannt wird. Ich packe ihn in eine Filmdose und probiere mal zuhause, ob er anwächst.

Auf der Fahrt machten wir noch einen Stopp in einem kleinen Bergdorf "Machuca", wo wir frisch gegrillte Lamaspieße und Empanadas mit Käse essen und die Lamas auf den Bergweiden fotografieren. Es ist sehr schönes Wetter, es schmeckt köstlich und die Temperaturen sind etwas angenehmer als bei den Geysiren.

Sehr müde sind wir gegen 12:00 Uhr zurück im Hotel, es ist wieder "normal" heiß. Ich schlafe wie die meisten etwas und gehe dann noch mal ins Dorf. Ich brauche noch ein paar Briefmarken, die es hier im Gegensatz zu Ecuador reichlich gibt. Die Postfrau ist allerdings nicht sehr fähig, sodass mir eine englisch sprechende Kundin weiterhilft. Sie will mir mit den Worten "It's Christmas!" auch Wechselgeld schenken, aber es geht auch so. Vor der Postfrau warnte uns bereits Jenny. Die Post wird nicht ausgetragen, sondern man holt sie im Postamt. Dort liegt sie allerdings unsortiert(!!!) auf Tischen und in Regalen. Ich finde noch ein Café mit kostenlosem Internetzugang und schreibe ein paar e-Mails nach Deutschland. Mittagessen im "Puro Chile", einem kleinen Restaurant, Familienbetrieb, immer frisch gekochter Eintopf, sehr lecker und wirklich preiswert. Dazu singt die ganze Mannschaft laut die Lieder aus dem Radio mit, es ist sehr gemütlich und angenehm. Eine gute Belüftung sorgt für milde Luft im Lokal.

Abends noch mal in den Ort zum Abendessen ins "Ayllu", das Essen ist ganz gut, es gibt Salat mit Hähnchen und das durchaus überall sehr trinkbare einheimische Bier. Teilweise ist dies nach deutschem Reinheitsgebot gebraut von deutschen Einwanderern und deren Nachkommen, was auch als deutsches Wort "Reinheitsgebot" auf dem Etikett steht.

Ein Arbeiter zerhackt im Hof des Lokals Euro-Paletten zu Feuerholz, kurz darauf wird auch ein Lagerfeuer aufgeschichtet und versucht, es anzuzünden. Die Versuche mit Papier scheitern, ich schaue ungeduldig zu, weil das Holz nicht gut geschichtet ist. Die Zündversuche glücken dann mit einem Haufen Plastikfolie(!), was eine hohe Stichflamme zur Folge hat. Wir gehen dann mal lieber...

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Géiser El Tátio
Géiser El Tátio
Géiser El Tátio
Auf dem Rückweg von den Geysiren
Lama-Weide bei Machuca