Position: Home > Photo > Chile 2004/2005 > Tag 3

Chile 2004/2005 - Tag 3

Reisetag Santiago - Calama - San Pedro de Atacama,
Valle de la Luna

Heute ist hier Sommeranfang und der längste Tag des Jahres, wir stehen 4:30 Uhr auf, 5:30 geht es nach einem sparsamen Frühstück aus Kuchen und Instant-Kaffee schon los zum Flughafen. Die Fahrt geht diesmal viel schneller, weil um diese Zeit fast nichts auf den Straßen los ist.

Wir fliegen 7:20 Uhr nach Calames, eine Bergarbeiterstadt im Norden Chiles. Der Flug dauert nur 1:40 h, wieder sehr angenehm mit einer A319 der Lan Chile. Am Flughafen treffen wir unsere nette Reiseleiterin Jenny, nicht zu übersehen in knallroter Hose und neongelbem Anorak. Sie ist Chilenin und spricht gut deutsch, weil sie teilweise in Deutschland in Kiel aufwuchs. Wir fahren mit dem Bus nach San Pedro de Atacama, auf dem Weg ein Stopp in einem riesigen Supermarkt "LIDER". "LIDER" hat einen deutschen Chef, der einmal mit einem Tante-Emma-Laden anfing und nun die größte Supermarkt-Kette Chiles besitzt. Dort gibt es alles, vor allem Wasser, Früchte und Brot, was wir für 3 Tage in der Oase mitten in der Atacama brauchen und dort nicht den Einheimischen wegkaufen müssen. Und alles Dinge, die für diese Zeit nicht gekühlt werden müssen. Auf der Busfahrt erzählt Jenny viele interessante Dinge über sich und das Land, wir lachen oft und viel, weil ihre Erzählweise wirklich sehr lustig ist.

Gegen 12:30 Uhr kommen wir im Hotel "La Casa de Don Tomas" an und haben bis 16:30 Uhr Freizeit. Ich mache einen Spaziergang durchs Städtchen, tausche etwas Geld und kaufe einen Sonnenhut mit breiter Krempe rundum, den man hier zwingend braucht. Es ist sehr heiß, sonnig und trocken.

16:30 Uhr fahren wir in die Wüste, um im "Tal des Todes" ("Valle de la Muerte") zu wandern. Der Name kommt daher, dass hier einmal eine Herde Stiere auf einem Viehtrieb in einem Gewitter umkam. Dass es hier auch regnet, ist allerdings angesichts der Landschaft rundum kaum zu glauben. Ich habe Wasser und einen Pullover mitgenommen, weil es später doch recht kalt werden soll. Die Wanderung ist sehr leicht, ein stetig abfallender Weg mit schönem Rundum-Panorama, teilweise in einer flachen Schlucht. Unsere Führerin Jenny hat so auch nur Sandalen an, wir dagegen allesamt Wanderstiefel. Es ist heiß, aber auch sehr windig, fast stürmisch, sodass uns oft auch der Sand ins Gesicht weht und unsere Hüte wegfliegen. Am Ende der Schlucht wartet unser Bus und bringt uns ein Stück weiter ins "Tal des Mondes" ("Valle de la Luna"). Sehr bekannt wegen den natürlichen Skulpturen, die dort stehen, nur durch Wind und Sand geformt. Dort treffen wir auch viele andere Touristen, sodass das Fotografieren in einer "menschenleeren" Wüste schwer fällt.

Noch eine kleine Fahrt mit dem Bus und einige Fotostopps in der Wüste, der Wind wird immer stärker, sodass wir den Erklärungen zu Gesteinen und Mineralien von Jenny manchmal kaum folgen können.

Wir stoppen schließlich an einer großen Sanddüne, wo schon einige andere Touristenbusse aller Art stehen. Wir wandern den Dünengrat hinauf, die Düne und auch der starke Wind am späten Nachmittag, wenn es langsam kühler wird, erinnert mich dabei enorm stark an die Elim-Düne in Namibia. Nur der Sand ist hier viel dunkler und etwas grober. Vom Dünenkamm sehen wir ein wunderbares Bergpanorama und warten auf den Sonnenuntergang, der die Landschaft ringsum und schönes rotoranges Licht taucht. Allerdings ist die Stimmung nicht ganz so phänomenal, wie man sie uns vorher beschrieben hatte. Nach dem Abstieg von der Düne fahren wir noch mal ein Stückchen mit dem Bus und machen ein kleines Picknick in der Dämmerung, Jenny nennt es "Ritual". Wir huldigen der Mutter Erde "Pata Mama", trinken Pisco, das Nationalgetränk in Chile, einen Cocktail aus Traubenschnaps, Limettensaft, Zucker und Eiweiß, dazu gibt es Chips und Studentenfutter. Alsbald haben wir alle einen sitzen, weil wir schließlich den ganzen Nachmittag wanderten und nur Wasser tranken. In der Dunkelheit fahren wir zum Abendessen zurück nach San Pedro ins Restaurant "Milagro". Das Essen ist mittelmäßig, aber reichlich, vor allem das Fleisch ist nicht sooo toll. In der Mitte des Restaurant brennt auf einem tiefergelegenen Kiesbett ein großes offenes Feuer, in Europa wäre so etwas undenkbar. Es wärmt sehr schön, allerdings ist die Luft im Lokal dadurch auch nicht die Beste. Wir fallen nach einem Spaziergang zurück ins Hotel gegen 23:30 Uhr todmüde ins Bett.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Ankunft in der Wüste
Atacama - Valle de la Muerte
Atacama - Valle de la Luna
Atacama - Valle de la Luna