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Kambodscha 2012/2013 - Tag 14

Angkor

Wieder geht es sehr früh raus und nach einem hervorragenden Frühstück fahren wir schon 7:00 Uhr mit dem Bus ab. Es geht bei unserer letzten Tempeltour zuerst zum Tempel „Ta Prom“, wo wir bei hervorragenden Morgenlichtverhältnissen und mit wenigen anderen Besuchern eintreffen. Der Tempel ist durch seine mit Würgefeigen und anderen Bäumen überwachsenen Gebäude bekannt und einige Bereiche sollen wohl auch in dem Film „Tomb Raider“ verwendet worden sein. Egal, es ist hier jedenfalls eine tolle Stimmung und man kann sich richtig gut vorstellen, wie die einstigen Entdecker diese Tempel im Dschungel zum ersten Mal zu Gesicht bekamen. Wir laufen durch ein Labyrinth von Gängen, eingestürzten Bauten, Durchgängen und Galerien und entdecken Stück für Stück das große Areal für uns wieder. Jeder neue Standort eröffnet eine neue spannende Perspektive auf die Ruinen und man könnte hier stundenlang verweilen, wenn nicht mit der Zeit die Anzahl der Touristen doch immer mehr zunimmt. Auch das Licht wird mit fortschreitender Zeit immer schlechter. Wir hatten einen sehr guten Zeitpunkt abgepasst!

Danach geht es weiter zum nahegelegenen Tempel „Prasat Kravan“, wo wir uns aber nicht lange aufhalten. Nochmal an „Ta Prom“ vorbei geht es dann zum Tempel „Preah Khan“. Ein wunderschöner Tempel, teils überwachsen und sehr stimmungsvoll. Hier findet sich das einzige zweistöckige Gebäude, das jemals unter allen Tempelruinen dieser Zeitperiode in Kambodscha gefunden wurde. Allerdings sind viele Leute hier. Im Zentrum innen steht ungewöhnlicherweise eine kleine Stupa in einem Kreuzgang. Dort drängen sich viele Gruppen, vor allem Asiaten mit sehr laut sprechenden Führern. Die Bitte, etwas leiser zu sein, wird völlig ignoriert. Es kommt zu kleinen Handgemengen wegen unzähliger, sich gegenseitig behindernder Fotografen. Schnell hier raus, draußen gibt es auch schönere Motive!

Wir steigen wieder in unseren Bus und fahren zur „Terrasse des Leprakönigs“. Vorher machen wir noch kurz Halt am beeindruckenden „North Gate“ des Tempelbereichs von „Angkor Thom“ und fotografieren ein wenig.

Dann weiter zum eigentlichen Ziel. Es ist Mittagszeit und die Sonne brennt unbarmherzig. Hier ist kein Schattenspender in Sicht und bei den Erläuterungen unserer Guides ist unsere Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt. Hitze und leichte Unterzuckerung! Nichtsdestotrotz ist vor allem der schmale Gang innerhalb der Terrasse mit sehr gut erhaltenen Reliefarbeiten sehr interessant. Aber auch das Außenrelief bzw. die Fassade der Terrasse verdient Beachtung.

Doch uns drängt es zum Mittagessen, weniger wegen des Hungers, mehr wegen eines schattigen Daches. Unser Restaurant „Chum Nou Srah Srong“ ist gleich gegenüber und eher eine Art Biergarten mit Freiküche dahinter, wo eifrig geschnippelt und gekocht wird. Wir essen wieder hervorragend, viel Gemüse, ein tolles Curry, Reis und danach Früchte zum Nachtisch. Etwas entfernt liegt ein moderner piekfeiner Toilettentrakt, den wir gern in Anspruch nehmen.

Danach geht es wieder auf die andere Straßenseite, diesmal zur „Elefanten-Terrasse“. Ähnlich beschaffen wie die „Terrasse des Leprakönigs“, stellt sie jedoch Elefanten in allen möglichen Formen dar.

Wir laufen zu Fuß unter schattigen Bäumen zum Tempel „Phimeanakas“ und erklimmen die sehr steile Treppe nach oben. Dort ist eine Wächterin an einem kleinen Altar, wo wir gern etwas spenden und ein Weihrauchstäbchen für 1 USD entzünden. Ein kurzer Rundblick muss reichen und schon müssen wir wieder nach unten klettern. Die abgenutzten, sehr steilen Treppen machen das nicht einfach.

Danach weiter zu Fuß durch die parkähnliche Anlage zum Tempel „Preah Palilay“, der etwas versteckt liegt. Es ist ein einzelner Turm mit einem sehr aufwendig gestalteten Tor davor, wobei meiner Meinung nach das Tor viel schöner ist als der dahinter liegende Tempel. Erklettern auf eigene Gefahr, denn die Ruine ist in einem schlechten Zustand. Noch weiter davor eine große Buddha-Figur unter einem Dach, wie immer festlich geschmückt mit orangen, glänzenden Stoffbahnen.

Jetzt zurück zum Bus und damit zum Höhepunkt unseres heutigen Tages, zum Tempel „Bayon“, den wir ja am ersten Tag nicht anschauen durften… Auf dem Weg zum Bus fällt ein ohrenbetäubender, sägender Lärm auf und ich bin erst geneigt, dies irgendeinem technischen Gerät zuzuschreiben. Aber es sind Zikaden, die hier einen Lärm machen, den ich in dieser Lautstärke und Konstanz von einem Tier nicht kenne.

Wir haben genug Zeit für diesen großen Tempel und machen einen sehr schönen Rundgang durch das große Areal, vorbei wieder an sehr langen und gut erhaltenen Wandreliefs, die zahllose Geschichten erzählen, u.a. auch die Geschichte des „Butterns des Milchozeans“, die wir schon an anderen Stellen mehrfach sahen und erzählt bekamen. Darin ziehen böse Geister und Halbgötter an den zwei  Enden einer Schlange, die um elnen Berg gewickelt ist. Der Berg steht in einem Ozean aus Milch, der Milchstraße, und wird durch das Ziehen hin und her gedreht, was den Milchozean „buttert“ bzw. umrührt. Alles sehr bedeutungsvoll und komplex.

An einer Säule sitzt plötzlich eine Zikade und sägt einsam vor sich hin. So ein Insekt hatte ich bisher noch nie gesehen. Es ist relativ groß und sieht etwa so aus wie eine sehr große Fliege. Die Vibration des Tiers, die das Geräusch verursacht, ist nicht sichtbar. Sie zeigt auch keine große Scheu und lässt sich auch aus der Nähe gut fotografieren.

Weiter im Tempel, eine Etage höher und damit ins Innere, wo es wieder ein wenig labyrinthartig zugeht. Es sind hier wieder viele Touristen, vor allem mehrere Gruppen Japaner, die aber wenigstens keinen Krach machen. Nach den letzten Erläuterungen unserer Guides haben wir freie Bewegung und können ein bisschen herumstreunen. Es ist immer noch sehr heiß und so gehe ich langsam wieder auf die andere Straßenseite gegenüber und betrachte den beeindruckenden Tempel aus dem Schatten und aus der Ferne. Ich muss mich noch immer ab und zu besinnen, dass ich endlich hier bin, wo ich schon lange so gern hin wollte. Nun kann ich endlich diese eindrucksvollen Bauten aus der Nähe betrachten und meiner Erwartungen wurden voll erfüllt.

Wir gehen zurück zum Bus und fahren Richtung Hotel. Zuvor aber noch ein kurzer Foto-Stopp am „South Gate“ des Tempelbezirks von „Angkor Thom“, den wir jetzt verlassen.

Gegen 16:00 Uhr sind wir erschöpft im Hotel, duschen und lassen es uns auf der vergleichsweise kühlen, luftigen Dachterrasse bei einem oder zwei Gin Tonic gut gehen. Wir organisieren das Trinkgeld für unseren Reiseleiter und fahren anschließend zum Abendessen. Es geht etwas stadtauswärts zu einem nobel erscheinenden Restaurant „Fou-Nan“. Dort müssen wir an zwei getrennten Tischen Platz nehmen und es geht schon gleich los mit dem Kultur-Programm. Jeweils wechselt sich ein Essensgang mit einer Kulturdarbietung ab, die mit einer vom französischen Inhaber auf französisch gegebenen Erläuterung (wir haben sie auch schriftlich in Englisch auf dem Tisch) eingeleitet wird. Es ist ein bisschen Touristenquatsch, die Kostüme sind sehr schön, der Rest aber wohl Kitsch und die Tänzerinnen müssen ob der Albernheit, die sie darbieten, oft lachen bzw. kichern. Das entspannt die Sache etwas. Das Essen ist teilweise sehr gut, manches auch nicht so. Alles sehr nobel aufgemacht, aber das gestrige, weniger noble Essen im „Arun“ war erheblich besser!

Wir gehen auch bald wieder und lassen uns lieber wieder in unserer gewohnten Rooftop-Bar des Hotels nieder. Hier kann man sich wohlfühlen! Wir übergeben unsere Trinkgelder mit ein paar Dankesworten an den Reiseleiter und lassen die letzten Tage Revue passieren. Es war eine sehr gelungene Reise, vor allem organisatorisch gab es nicht die geringste Schwäche. Alles klappte perfekt. Und auch die Sauberkeit und Hygiene hat uns stark positiv überrascht. Hier hatten wir Schlimmeres erwartet.

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Ta Prom
Ta Prom
Ta Prom
Ta Prom
Ta Prom, Tomb Raider-Szene
Ta Prom
Ta Prom
Prasat Kravan
Prasat Kravan, Innenansicht rechter Tempel
Überall wird restauriert und katalogisiert
Preah Khan, zweistöckiges Gebäude
Angkor Thom, North Gate
Terrasse des Leprakönigs, Wandrelief
Elefanten-Terrasse
Phimeanakas
Preah Palilay
Preah Palilay
Bayon
Bayon
Bayon, Gesichtsturm
Bayon
Angkor Thom, South Gate