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Kambodscha 2012/2013 - Tag 13

Anlong Thom - Siem Reap

Ich stehe sehr früh auf, gegen 5:00 Uhr, nachdem ich gut geschlafen habe. Ich wasche mich in aller Ruhe am Zuber, danach gibt es hervorragendes Frühstück mit tollen frischen Baguettes, wieder aus dem Fischgrill und Marmelade. Dazu Tee und Kaffee, wie immer Instant mit Kaffeeweißerpulver. Aber es ist in Ordnung.

Gegen 7:30 Uhr wandern wir wieder los, zuvor besuchen wir noch den Tempel des Klosters, der aber gerade umfassend renoviert wird. Vor allem werden die großen Wandgemälde, die wie üblich Szenen aus dem Leben Buddhas zeigen, völlig neu gemalt. Der Künstler steht auf einem Holzgerüst und die Farben werden unten vorbereitet. Er hat schon viel geschafft, alles recht modern in sehr knalligen Farben.
Wie gestern durchqueren wir zuerst das Dorf, dann geht es durch Wald, Wiesen und Cashewnuss-Plantagen weiter.

Plötzlich stoßen wir wieder mitten im Wald auf einen größeren Tempel, diesmal nicht nur ein paar Quader wie gestern, sondern eine richtige Ruine mit drei Gebäuden, gut erhalten. Er soll „Khrabei Khrab“ heißen. Ein wenig notdürftig abgestützt, nachdem die Stelle auch erst 2012 entdeckt wurde, d.h. erst vor einigen Monaten! Wir sind begeistert und fotografieren diesen tollen Platz ausgiebig. Leider bleibt nicht mehr Zeit, noch ein wenig die mystische Entdeckeratmosphäre zu genießen, es geht weiter.

Nach einiger Zeit kommen wir zu „Srah Dumrei“, einer Ansammlung von riesigen steinernen Tierfiguren, die in einer Gruppe zusammenstehen. Es ist ein einzelner Elefant, ein Löwe und ein Frosch. Vor allem der Frosch ist sehr ungewöhnlich, denn noch nie sahen wir eine Darstellung eines Frosches in Kambodscha. Im Gestrüpp verborgen stehen noch weitere Tiere, schlechter erhalten, aber sicherlich auch wert, besser präsentiert zu werden. Wir stehen staunend und trinken unser Wasser, denn auch heute ist es wieder sehr warm und schwül.

Wir wandern weiter leicht abwärts und gelangen wieder in die Region des Sandsteins und laufen wieder längere Zeit über erodierte, aber teils großflächig monolithische Sandsteine. So etwas habe ich überhaupt noch nicht gesehen. Dazwischen niedrige Sträucher und Gras, ansonsten nur blanker Fels.

Wir kommen wieder an die silberne und goldene Tempelgruppe und müssen nur noch ein kleines Stück laufen, bis wir unseren Bus wiedertreffen. Stark ruckelnd und sehr langsam geht es zurück, wieder über die Brücke, wo wir aussteigen müssen.

Wir essen wieder an der öffentlichen Badestelle zu Mittag, das Essen ist gut, diesmal gibt es einen im Ganzen gegrillten Fisch, dazu Gemüse und auch einen sauren Mango-Salat, sehr gut! Außerdem gibt es ein Auberginen-Hackfleisch-Gemisch, von dem ich nicht genug bekommen kann. Sehr lecker.

Schon gegen 15:00 Uhr sind wir zurück im Hotel und können duschen, wobei in meinem Zimmer der Wasserdruck praktisch nicht vorhanden ist. Nur ein schmales Rinnsal kommt aus der Dusche, wogegen am Waschbecken höchster Druck herrscht. Ich versuche, das Beste draus zu machen.

Danach machen wir noch einen Ausflug zu einer Kunstgewerbewerkstatt in Siem Reap, den „Artisans d‘Angkor“. 1992 von Franzosen gegründet, ist das Projekt heute so erfolgreich, dass es sich ohne ausländische Unterstützung selbst trägt. Es werden ständig neue Handwerker ausgebildet, ein bestimmter Anteil mit Behinderungen. Wir besuchen die vielfältigen Werkstätten, wo alle möglichen Gewerke eifrig arbeiten. Wir sehen Sandstein-Metze, Maler, Seidenweberei und anderes. Teilweise sind die Handwerker taub oder taubstumm und unterhalten sich untereinander in Zeichensprache. Die Kunstwerke, die wir in Entstehung und auch fertig sehen, haben eine tolle Qualität und sind echte Schätze. Hier wird auch für Restaurationen für die Tempel gearbeitet. Zum Schluss natürlich in den angeschlossenen Laden, wo es unglaublich schöne Dinge zu kaufen gibt, allerdings auch zu sehr hohen Preisen, auch für unsere Verhältnisse. Es gibt traumhaft schöne Stoffe, Haushaltsartikel, Nippes und Andenken. Aber auch einige Gewürze. Ich kaufe nur wenige Kleinigkeiten und sehe aber an der Kasse, wie die meisten Leute sehr viel Geld ausgeben und meist mit Kreditkarte zahlen. Hier rollt der Dollar, aber es ist ja auch für einen guten Zweck.

Wir fahren zurück zum Hotel und haben noch etwas Zeit, die wir auf der Hotel-Dachterrasse mit Sonnenuntergang angenehm verbringen, bis wir 20:00 Uhr noch einmal abgeholt werden. Wir erhalten noch eine Thai-Massage! Der Bus setzt uns in einem dunklen Viertel der Stadt ab, jedoch betreten wir kurz darauf einen ganz edel und geschmackvoll aufgemachten Salon names „Frangipani“. Wir wählen aus der „Menu“-Karte eine Massage aus, ich nehme die „Tropical Massage“, die es auf Stretching und Reflexzonen abgesehen hat und ca. 60 min. dauert. Zuerst erhalten wir eine tolle Fußwäsche in einem Blütenbad. Danach geht es in einen anderen Raum mit Liegen und wir müssen eine Art Pyjama anziehen. Jetzt geht es los, die Masseurinnen kneten uns von oben bis unten durch und zeigen, dass sie trotz ihrer Zierlichkeit viel Kraft haben. Die Stunde vergeht wie im Fluge und wir fühlen uns wie neugeboren!

Der Bus holt uns ab und wir fahren kurz zum Abendessen ins „Arun“, wo wir wieder einmal hervorragend essen. Die Massage hat mich hungrig gemacht, aber auch so kann ich kaum aufhören zu essen. Die Vielfältigkeit haut mich immer wieder um. Alles ist sehr lecker! Vor allem wegen des geringen Fettgehalts fühlt man sich aber nie voll oder belastet, sondern steht locker vom Tisch auf, also hätte man gerade nur ein Süppchen verspeist.

Gegen 22:30 Uhr liege ich geschafft im Bett.

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Unser Nachtquartier am Morgen
Der Tempel von Anglom Thom
Im Tempel von Anglom Thom
Mönche erhalten ihr Frühstück im Dorf
Die Ruinen von Khrabei Khrab mitten im Wald
Die Ruinen von Khrabei Khrab mitten im Wald
Srah Dumrei
Artisans d‘Angkor: Auch Künstler brauchen technische Zeichnungen
Artisans d‘Angkor: Eine Sandstein-Büste entsteht