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Kambodscha 2012/2013 - Tag 10

Auf dem Tonlé Sap-Fluss

Nach dem Dachterrassenfrühstück, diesmal ist es nicht so gut wie gestern, checken wir mühsam aus (inkl. ewigem Warten auf das Bezahlen der Getränke) und fahren mit dem Bus gegen 7:45 Uhr Richtung Tonlé-Sap-Fluss. Dort erwartet uns nach einiger Fahrerei ein mittelgroßes Boot an einer improvisierten Anlegestelle. Mitten im Morast liegt das Boot am Ufer und wartet auf uns. Wir verladen uns selbst und unser Tagesgepäck für die heutige Nacht. Unser Hauptgepäck reist anderweitig nach Siem Reap weiter, wo wir morgen sein wollen.

Der Fluss führt relativ wenig Wasser, was sich bald bemerkbar macht. Unser Fahrweg wird mit der Zeit immer schmaler und unser Kapitän muss an einigen Flussbiegungen wirklich stark kurbeln, um herum zu kommen. Hinzu kommt, dass am Flussufer und auch manchmal mitten im Fluss Fischer mit ihren Booten und Netzen unterwegs sind, die es auch noch zu umschiffen gilt. Wir passieren viele kleine Fischerdörfer, in denen ärmlichste Verhältnisse herrschen. So schlimm sah es bisher noch nirgendwo aus auf unserer Reise. Trotzdem machen die meisten Bewohner einen vergleichsweise fröhlichen Eindruck. Es ist aber trotzdem sehr deutlich, dass die Menschen hier praktisch nichts haben und auch kaum Möglichkeiten, aus dieser Situation etwas Besseres zu machen.

Die Fischer fangen oft sehr kleine Fische, die meist als Basis für Fischpaste dienen, die als Würzmittel für die asiatische Küche dient.

Zum Mittag gibt es liebevoll gepackte Lunchpakete, die wieder aus Reis, Gemüse und Geflügel besteht. Scharfe Soße und ein Teil des Gemüses ist in winzige Plastiktütchen verpackt. Dazu gibt es kühle Getränke aus der Kühltruhe, die wie üblich mit riesigen Eisblöcken gekühlt wird. Schon am ersten Tag konnten wir beobachten, wie diese Eisblöcke auf dem Markt verkauft werden. So wie in Europa in der Vor-Kühlschrank-Zeit.

Nach dem Essen teste ich die Hängematte am Heck des Schiffs. Es funktioniert gut, wenn nicht der Motor wieder so laut wäre. Auch hier kommt wieder ein LKW-Diesel zum Einsatz, vollkommen ohne Schall- oder Vibrationsdämmung.

Gegen 15:00 Uhr kommen wir in unserem Ziel-Dorf „Prek Toal“ an. Es ist sehr groß und erstreckt sich kilometerlang entlang des Flusses kurz vor der Mündung in den Tonlé Sap-See. Wir haben einen Gemeinschaftsraum auf einem schwimmenden Haus zum Schlafen mit Matratzen auf dem Boden, darüber Moskitonetze. Nebenan gibt es ein Klo mit Waschzuber. Das sind wir ja schon gewohnt. Im Fluss baden sollte man nicht, dazu ist es hier zu dreckig.

Der Nachbar betreibt eine Krokodilfarm und züchtet dort Tiere als Lederlieferanten. Naja.

Unser Reiseleiter Wolfgang nutzt die Zeit auf unserem Hausboot, um uns einiges über den Buddhismus zu erzählen. Trotz unserer Bewegungslosigkeit schwitzen wir sehr, weil es einfach sehr heiß und schwül ist. So liegen wir teilweise nur delirierend auf den Matratzen. Zum Schlafen kommen wir aber kaum, da auf dem Fluss zahlreiche Motorboote unterwegs sind mit unglaublich lauten Motoren. Die Motoren sind umgebaute Motorrad- oder PKW-Motoren ohne jegliche Schalldämpfer. Meist dient als Auspuff lediglich ein kurzes Metallrohr. So ist der Geräuschpegel entsprechend dem eines Rennboots. Wie das die Bewohner täglich aushalten, ist mir ein Rätsel. Unser Reiseleiter hat bei seinen Erläuterungen also auch seine liebe Mühe.

Gegen 18:00 Uhr essen wir zu Abend. Das Essen ist von einer Frau auf einem Boot gekocht worden, was seit einiger Zeit vor unserem Haus liegt. Damit fahren wir morgen weiter. Darauf ist eine kleine Kochstelle, wo sie alles in Windeseile zubereitete. Es schmeckt uns sehr gut.

Schon gegen 20:00 Uhr liegen wir in unseren Betten. Es wird aber eine unruhige Nacht, da durch Ritzen im Fußboden doch Moskitos in das Netz gelangen. Außerdem fangen die Fischer gegen 4:00 Uhr morgens an, zum Fischfang laut auf den See hinauszuknattern.

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Die Anlegestelle in Battambang
Fischer verkaufen den Fang als Basis für Fischpaste
Fischer auf dem Fluss, PET-Flaschen als Bojen
Leben am Fluss
Leben am Fluss
Im schwimmenden Dorf angekommen
Die örtliche Boutique
Abendstimmung im schwimmenden Dorf