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Kambodscha 2012/2013 - Tag 8

Reisetag Kampot - Battambang

Wir frühstücken 7:00 Uhr (für dieses Hotel) gewohnt gut und reichlich. Es gibt wieder alles und ausreichend.

Gegen 8:00 Uhr fahren wir mit dem Bus Richtung Battambang, der drittgrößten Stadt in Kambodscha. Es wird eine lange Fahrt mit vielen Baustellen und schlechten Straßen. Unsere Mittagspause findet wieder in einem Restaurant an der Strecke mit sehr gutem Essen statt, natürlich Reis, viel unterschiedliches Gemüse, Geflügel, Obst. Wir sitzen unter einem luftigen Dach und die heutige große Hitze bleibt draußen.

Wir fahren nicht gleich zum Hotel, sondern zuerst noch zum Tempel Wat Ek Phnom, etwas außerhalb der Stadt. Nach endloser Kurverei über eine enge Ausfallstraße erwartet uns in der Nachmittagssonne ein gut erhaltener Tempel und dahinter eine tolle Tempelruine in dem uns noch oft begegnenden Fünfer-Raster (wie die Zahl 5 auf dem Würfel), d.h. vier kleinere Ecktürme und ein zentraler, größerer Mittelturm. Alles errichtet aus mittelgroßen Felsquadern, die nun teils wild übereinander liegen, teils aufgebaut sind. Vieles ist nicht richtig zusammengesetzt, wie man an einigen Reliefs erkennen kann. Dennoch eindrucks- und stimmungsvoll. Wir klettern und staunen und fotografieren.

Innerhalb des Tempels sehen wir wieder so ein kleines Geisterhäuschen (San Phra Phum) auf einem Ständer in Form eines Miniatur-Tempels, wie wir es die letzten Tage oft am Straßenrand beobachten konnten. Es ist ein Heim für Geister und gleichzeitig für Opfergaben für diese (guten) Geister gedacht. Die Geister sollen beschützen und dafür gibt man ihnen dieses Heim. Ein wenig sieht es für unsere Augen auch aus wie ein Vogelfutterhäuschen und im übertragenen Sinne ist es ja auch eines.

Im zentralen Turm des Tempels ist wie üblich ein kleiner Buddha-Altar aufgebaut mit zugehörigem Wächter. Hier kann man beten und spenden.

Vor dem Tempel gibt es einen kleinen überdachten Stand mit einem Wahrsager, der mit Hilfe der asiatischen Tierkreiszeichen die Zukunft deutet. Dafür nimmt man einen gebundenen Kartenstapel der Weissagungen, hält ihn über den Kopf und stößt mit einer Art Lesezeichen blind in den Stapel über dem Kopf. An der getroffenen Stelle wird der Stapel aufgeblättert und die Weissagung getroffen.

Zurück geht es über die enge Straße ins Stadtzentrum von Battambang. Während der langsamen Fahrt können wir das beschauliche Leben hier beobachten. Bauern leben in einfachen Häusern, gehen ihrer Arbeit nach und eine der wenigen Abwechslungen sind Hochzeiten, wie eine davon wieder in einem bunt geschmückten Pavillon laut gefeiert wird. Hier könnte man sich niederlassen, wenn es mal anderswo nicht so klappt. Jedenfalls bekommt man hier von der restlichen Welt nicht zu viel mit!

Gegen 17:00 Uhr sind wir endlich in Battambang und wir checken in das Royal Hotel ein, unweit des Marktes. Es ist nur wenig Zeit, den Markt noch zu erkunden, weil schon viele Stände schließen und die Rolläden herunterlassen. Ich gehe noch in die Apotheke und kaufe vorsorglich Doxycyclin als Malaria-Prophylaxe, was ich zuhause vergessen hatte. Eine riesige Packung erhalte ich hier ohne Rezept und für lächerliche 3, 50 USD, was sicherlich noch der Touristen-Wucherpreis ist.

Mein Zimmer ist ziemlich öde und vermutlich eines der schlechtesten im Hotel. Es hat kein Außenfenster, nur ein vergittertes Fenster zum Treppenhaus. Die Beleuchtung ist gruselig und gibt dem Zimmer einen fürchterlichen Ton. Die Handtücher sind völlig verdreckt. Ich richte mich ein (wir sind hier zwei Nächte) und ordere an der Rezeption ein neues Handtuch. Das Bad hat einen Duschkopf an der Wand, aber keine Duschkabine. So etwas kenne ich aus der Türkei: das Badezimmer ist die Duschkabine!

Abends essen wir in einem chinesischen Restaurant „Battambang Town Restaurant“ in der Nähe des Hotels. Es ist hier ungemütlich und laut, die Gruppe teilt sich zwei Tische, weil der Wirt sich weigert, zwei Tische zusammenzustellen. Das Essen ist in Ordnung, aber wohl fühlt man sich hier nicht. Im Fernsehen läuft eine asiatische Telenovela, wogegen selbst die deutschen Sendungen dieser Art gut sind! Wir sind uns jedenfalls sicher, dass wir hier nicht noch einmal her wollen!

Nach dem Essen zurück ins Hotel (nach sehr langem Warten an der Rezeption erhalte ich ein brandneues Handtuch, was augenscheinlich schnell in der Nachbarschaft besorgt wurde, denn der Angestellte verschwindet durch die Hintertür, kommt aber zur Vordertür wieder herein, vermutlich vom Einkaufen) und dort auf die Dachterrasse. Es gibt keinen Fahrstuhl, aber Bewegung kann nicht schaden. Dort oben ist es nicht schön. Die Bedienung wäre froh, wenn wir wieder gehen würden. Die Lampen locken Unmengen von Insekten an, die zwar nicht stechen, aber ständig ins Bier fallen. Eine Art fliegende Ameisen. Wir gehen früh ins Bett und lassen das Bier anschreiben, weil Barzahlung nicht möglich ist.

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Der neuere buddhistische Tempel Wat Ek Phnom
Die Ruinen von Wat Ek Phnom
Die Ruinen von Wat Ek Phnom
Ein Geisterhäuschen im Tempel Wat Ek Phnom
Der innere Altar vom Tempel Wat Ek Phnom
Wat Ek Phnom, neben den Hauptgebäuden eine große Buddhastatue
Rush-Hour in Battambang